Schilddrüsen-[Auto]antikörper (SD-AK): MAK, TAK, TRAK und TPO-AK - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL]

MAK, TPO-AK:

  • Frauen < 100 IU/ml (methodenabhängig)
  • Männer < 60 IU/ml (methodenabhängig)

TRAK: < 10 IU/ml (methodenabhängig)

Hintergrund

Labordiagnostisch sind Schilddrüsen-[Auto]antikörper vor allem bei Verdacht auf autoimmun bedingte Schilddrüsenentzündungen von Bedeutung.

Routinemäßig werden bestimmt:

  • Schilddrüsenperoxidase-[Auto]Antikörper (TPO-AK). Die Schilddrüsen- oder Thyroid-Peroxidase (TPO) ist an der Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt
  • TSH-Rezeptor-[Auto]Antikörper (TRAK, TSH-R-AK). Am TSH-Rezeptor der Schilddrüsenzelle dockt das Hypophysenhormon TSH an. Ganz überwiegend führen die TRAK wie das TSH zu einer Schilddrüsenvergrößerung und gesteigerten Bildung von Schilddrüsenhormonen.
  • (TAK, Thyreoglobulin-[Auto]antikörper, Tg-Ak). Thyreoglobulin ist ein wichtiger Schilddrüsenhormon-Vorläufer.

Seltener sind die Bestimmung der MAK (Schilddrüsen-Mikrosomen-[Auto]antikörper) gegen die Mikrosomen der Schilddrüse (abgegrenzte Strukturen in den Schilddrüsenzellen)oder die T3-[Auto]antikörper und T4-[Auto]antikörper) gegen die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) bzw. T4 (Thyroxin).

Die Referenzwerte aller genannten Schilddrüsen-Autoantikörper sind stark methodenabhängig.

Auch die Zahlen eines positiven Antikörpernachweises bei den verschiedenen Erkrankungen und bei Gesunden schwanken teils erheblich. Sicher ist aber: Das Vorhandensein von Schilddrüsenantikörpern ist nicht gleichbedeutend mit einer Autoimmunerkrankung. Insbesondere leicht erhöhte Werte sind auch bei Gesunden möglich und nehmen mit dem Alter zu.

Bestimmung im Blut

  • Schilddrüsenfunktionsstörung oder Schilddrüsenvergrößerung
  • Diagnose und zum Teil Verlaufskontrolle bei autoimmuner Schilddrüsenentzündung
  • Screening bei familiären oder vorhandenen Autoimmunerkrankungen

Antikörpernachweis

Erkrankung TPO-Ak positiv TRAK positiv TAK positiv

Basedow-Krankheit

60–70 %

80–100 %

10–20 %

Hashimoto-Thyreoiditis

60–90 %

10 %

30–40 %

Postpartale Thyreoiditis (Autoimmun-Schilddrüsenentzündung nach der Geburt)

50–70 %

10–30 %

20–40 %

Schilddrüsenautonomie

5 %

5 %

5 %

Gesunde

5 %

0–5%

5 %

Die verschiedenen Schilddrüsenantikörper bei den drei häufigsten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, bei der Schilddrüsenautonomie und bei Gesunden.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Schilddrüsenantikörper - Medizinlexikon

Autoantikörper, die gegen versch. Schilddrüsenzellstrukturen gerichtet sind, z. B. gegen Mikrosomen, genauer gegen die in den Mikrosomen lokalisierte Thyroxinperoxidase; mikrosomale Antikörper (MAK), anti-TPO (pathognomon. für Hashimoto-Thyreoiditis). Antikörper können auch gegen Thyreoglobulin (anti-Tg bzw. TAK) bzw. den TSH-Rezeptor (TRAK) gerichtet sein (pathognomon. für Basedow-Krankheit).

© Elsevier GmbH, München

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