von enquirer
Screening - Medizinlexikon
Synonyme: Siebtestung
zur frühzeitigen Erkennung von wahrscheinl. Kranken mit Siebtestmethoden durchgeführte Untersuchung größerer Bevölkerungsgruppen auf eine o. mehrere Krankheiten (Vielfachsiebtestung). Durch das S. werden i. a. keine Diagnosen gestellt. Die in bezug auf die untersuchte Krankheit gefundenen wahrscheinl. Kranken müssen einer gründl. ärztl. Diagnostik unterzogen werden. Die Screening-methoden müssen zur Untersuchung größerer Bevölkerungsgruppen geeignet sein, sie müssen schnell u. sicher anwendbar sein, ihre Kosten müssen dem Effekt angemessen sein. Die Effektivität von Screening-methoden läßt sich durch folgende Kriterien definieren: 1. Die diagnostische Empfindlichkeit bezieht sich auf die „Anzahl der Erkrankten mit pos. Test“ zu der „Gesamtzahl Erkrankter in der Population“. 2. Die diagnostische Spezifität bezieht sich auf die „Anzahl der Nichterkrankten mit neg. Test“ zu der „Gesamtzahl Nichterkrankter in der Population“. 3. Der positive Vorhersagewert bezieht sich auf „Kranke mit pos. Test“ zu „Probanden mit pos. Test insgesamt“ mal 100. 4. Der negative Vorhersagewert bezieht sich auf „Nichtkranke mit neg. Test“ zu Probanden mit neg. Test insgesamt“ mal 100. 5. Die Effektivität bezieht sich auf „richtig pos. Tests“ plus „richtig neg. Tests“ zu „Probanden insgesamt“ mal 100. Die Festlegung der Kriteriumsgrenzen stellt i. a. einen Kompromiß dar. Damit durch das S. keine zusätzl. Verschleppung von Krankheiten entsteht, muß die diagn. Empfindlichkeit sehr hoch sein; damit die Nachuntersuchungskapazität nicht überschritten wird, darf die diagn. Spezifität i. a. nicht unter 80 % sinken. Die Prävalenz einer Krankheit bestimmt wesentl. die Effektivität. Deshalb hat sich das S. von Risikogruppen bisher bes. bewährt. Klass. Beispiele von S. sind die Röntgenreihenuntersuchung u. die Anwendung des Guthrie-Tests auf Phenylketonurie.
© Elsevier GmbH, München
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