Sehen, binokulares - Medizinlexikon

Synonyme: Binokularsehen

normales beidäugiges Sehen. Fähigkeit, die Bilder beider Augen einfach zu sehen, die gleichzeitig die wichtigste Voraussetzung für das räuml. Sehen (Stereopsis) bildet. Es kommt zur Verschmelzung (Fusion) beider monokularer Einzelbilder zu einem binokularen Seheindruck. Die Fusion, ein zentralnervöser Vorgang, schafft die richtige sensor. u. motor. Zusammenarbeit beider Augen, die das b. S. ermöglicht. Eine periphere Voraussetzung für das physiol. b. S. ist die normale Korrespondenz der beiden Netzhäute. Werden Objekte innerhalb des Panum-Areals auf nicht korrespondierenden Stellen abgebildet, so erscheinen sie nicht doppelt, sondern werden stereoskop. wahrgenommen. Untersuchung in Synoptophor. B. S. wird gewährleistet durch: 1. Abbildung auf ident. Netzhautstellen, 2. auf korrespondierenden Netzhautstellen, 3. Fusion. Prüfung des b. S.: Es werden entweder gedruckte o. photograph. Doppelbilder verwendet o. der Synoptophor o. das Dreistäbchengerät. Den beiden Augen werden getrennte Bilder dargeboten, die mit Farbfiltern, durch Polarisationsgläser o. durch ein Stereoskop o. im Synoptophor betrachtet werden. Während das Bild fusioniert wird, erregen querdisparat verschobene Teile disparate Netzhautpunkte innerhalb des Panum-Areals u. bilden so die Ursache dreidimensionaler Wahrnehmung. Bei Titmus-Fliegentest kann das Kind die erhobenen Flügel einige Zentimeter über der Bildfläche greifen. Der binokulare Wettstreit ist eine Sonderform des b. S., bei der jedes der beiden Augen zeitweilig o. dauernd dominieren kann.

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