Skorbut - Medizinlexikon

eine der am längsten bekannten Avitaminosen. Beruht auf Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure); entsteht beim völligen Fehlen an Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln nach etwa 4–6 Monaten; außer dem Menschen sind Meerschweinchen, Affe u. Reh auf Zufuhr von Vitamin C angewiesen. Voll ausgebildete C-Avitaminose wird in den mittleren Breitengraden prakt. nicht, vereinzelt nach lang dauernder einseitiger Ernährung beobachtet. Verbreitet sind dagegen präskorbut. Erscheinungen, die sich bei länger andauernder, ungenügender Zufuhr von Vitamin C bemerkbar machen, bes. in den Frühjahrsmonaten: Mattigkeit, Schwäche, Frühjahrsmüdigkeit, Gliederschmerzen, Anorexie, gesteigerte Infektionsbereitschaft, Zahnfleischbluten usw. Auffällige Skorbutsymptome sind hämorrhag. Diathese (Erhöhung der Kapillardurchlässigkeit); gekennzeichnet durch multiple Blutungen in Zahnfleisch, Muskulatur, subkutanem Gewebe, Fettgewebe u. Haut, hier auch typ. Veränderungen i. S. einer Hyperkeratose der Haarfollikel. Charakterist. ist das Aussehen des skorbut. Zahnfleischs mit Rötung, Ödem, Schmerzhaftigkeit, Blutungsneigung, Lockerung u. Verlust der Zähne. Dem S. des Erwachsenen entspricht beim Säugling die Möller-Barlow-Krankheit, für die subperiostale u. muskuläre Hämatome sowie Knochenbrüchigkeit charakterist. sind.

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