Solaninvergiftung - Medizinlexikon

Synonyme: Solanismus

Vergiftung mit Solanin bzw. mit solaninhaltigen Pflanzen. Solanin ist ein Glykoalkaloid in grünen Teilen der Kartoffel, das durch Säure in Aglukon Solanidin gespalten wird. Solanin wirkt nur parenteral hämolyt. Orale Aufnahme verursacht Brennen u. Kratzen im Hals, Übelkeit, Brechreiz, Brechdurchfall, Benommenheit, Nieren- u. Gallenblasenentzündung, Herzschwäche, Angstzustände, Schweißausbruch, Atemnot, Bewußtlosigkeit. Es können Krämpfe auftreten; Tod durch Atemlähmung. Beim Menschen treten tox. Sympt. erst bei Gehalten > 200 mg Solanin/kg Kartoffeln auf. Dies ist nur bei Verzehr grüner Kartoffelknollen (Gehalt an Solanin bis 700 mg/kg) mögl., nicht jedoch bei Verzehr „normaler“ Kartoffelknollen (Gehalt meist < 20 mg Solanin/kg). 300–400 mg Solanin gelten als tödl. für den Menschen; die Befunde zum Vergiftungsgeschehen sind nicht widerspruchsfrei in bezug auf die wirksame Dosis.

© Elsevier GmbH, München

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