SP (Saure [Gesamt-]Phosphatase), Prostata-Phosphatase (tartrathemmbare saure Phosphatase) und TRACP5b - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereiche Blut [TLD]

Gesamt-SP:

  • Erwachsene: 4,8–13,5 U/l (methodenabhängig, Messung bei 37° C)
  • Kinder und Jugendliche altersabhängig 10–29 U/l (methodenabhängig, Messung bei 37° C)

Prostata-Phosphatase: Erwachsene < 3,7 U/l (methodenabhängig, Messung bei 37° C)

TRACP und TRACP5b: methodenabhängig, keine Angabe von Referenzbereichen möglich

Hintergrund

Saure Phosphatasen (SP) sind Enzyme, die Phosphatgruppen abspalten und am besten im sauren Milieu (pH < 7) arbeiten. Sie kommen in Blut- und Abwehrzellen, Knochen und Prostata vor. Da die saure [Gesamt-]Phosphatase wenig spezifisch ist, hat sie kaum mehr labordiagnostische Bedeutung.

Es gibt fünf Varianten (Isoenzyme) der sauren Phosphatase, SP-1 bis SP-5. Nur zwei davon werden in Einzelfällen genutzt:

  • SP-2 ist vor allem in der Prostata (gering aber auch in Blutzellen) zu finden und kann durch Tartrat gehemmt werden. Deshalb heißt sie tartrathemmbare saure Phosphatase oder nicht ganz korrekt Prostata-Phosphatase. Die Prostata-Phosphatase ist bei Prostataerkrankungen einschließlich Prostatakrebs erhöht. Da aber das PSA aussagekräftiger ist, hat die Prostata-Phosphatase wenig Bedeutung
  • SP-5 kommt hauptsächlich im Knochen vor. Sie wird durch Tartrat nicht gehemmt, ist also tartrat-unempfindlich oder -resistent. Da diese tartratresistente saure Phosphatase (TRACP) überwiegend aus den knochenabbauenden Osteoklasten stammt, wurde sie als Marker des Knochenabbaus genutzt. Heute lässt der Arzt eher die spezifischeren CTX oder Pyridinoline bestimmen. Mittlerweile kann auch der Untertyp TRACP5b bestimmt werden, der nur aus den knochenabbauenden Zellen kommt. Vorteile hat dies allerdings nur bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, da die TRACP5b nicht von der Nierenfunktion beeinflusst wird.

Bestimmung im Blut

  • Verdacht auf Knochenerkrankungen
  • Verdacht auf Protatakrebs
  • Verdacht auf bestimmte angeborene Stoffwechselstörungen

SP-Erhöhung

  • Knochenerkrankungen, vor allem mit gesteigertem Knochenabbau, z.B. Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus), Morbus Paget , Osteoporose mit hohem Knochenumsatz, Knochenmetastasen
  • Prostataerkrankungen, z.B. Prostataentzündung , Prostatakrebs
  • Bestimmte Bluterkrankungen, Thrombosen, Embolien
  • Gaucher-Krankheit (seltene angeborene Stoffwechselstörungen)

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

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