Synapse - Medizinlexikon

Synonyme: Synapsis

Kontaktstelle zur Erregungsübertragung zwischen Neuronen (Synapsis interneuronalis, Abb. 1), zwischen Neuron u. Effektor (z. B. Terminatio neuromuscularis, motorische Endplatte) u. zwischen Sinneszelle u. Neuron (Terminatio nervi, Nervenendigungen). Chem. S. (Synapsis vesicularis), mit Bläschen, die Transmitter enthalten. Entleerung des Transmitters in den Synapsenspalt u. seine Bindung an spezif. Rezeptoren der postsynapt. Membran öffnet in dieser Ionenkanäle. Nach Ionenfluß resultiert Depolarisation (exzitator. Synapse) o. Hyperpolarisation (inhibitor. Synapse). Struktur der chem. S. (Abb. 2): 1. Erster Synapsenpol (Pars praesynaptica, Praesynapse, Bouton terminal, Axonterminal), leichte Auftreibung des Endes eines ankommenden Axon (erstes Neuron), die Mitochondrien, ER, Mikrotubuli u. synapt. Bläschen (Vesicula praesynaptica) enthält; in Richtung Synapsenspalt ist dem Plasmalemm (Membrana praesynaptica) eine Zytoplasmaverdichtung (Densitas praesynaptica) aufgelagert, die hexagonale Lücken für die Anlagerung der synapt. Bläschen frei läßt. 2. Synapsenspalt (Fissura synaptica), 20 nm breit, enthält eine feindisperse Substanz (Substantia intrafissuralis), Glykoproteine u. z. T. transversale Haftfilamente von 5 nm Dicke. 3. Zweiter Synapsenpol (Pars postsynaptica, Postsynapse, Subsynapse), leichte Eindellung am zweites Neuron (Zelleib, Dendrit, Axon); dem Plasmalemm (Membrana postsynaptica) ist eine Zytoplasmaverdichtung (Densitas postsynaptica) aufgelagert. Elektr. S. (Synapsis nonvesicularis), ohne Bläschen, ohne Transmitter. Sehr engen Kontaktspalt zwischen benachbarten erregbaren Zellentitäten u. der Membran der nachgeschalteten Zelle aufweisende Übertragungseinheit für Aktionspotentiale (Gap junction, Zellverbindungen) mit sehr niedrigem elektr. Membranwiderstand. Der durch die Potentiale bewirkte, sehr geringe Stromfluß über die S. ist unter diesen Engspaltbedingungen ausreichend, um die nachfolgende Zelle zu erregen. Der Übertragungsmodus ist i. d. R. bidirektional u. ohne synapt. Verzögerung. Die elektr. S. bildet im Nervengewebe der meisten Säugetiere die Ausnahme, da hier die chem. Erregungsübertragung vorherrscht. Abb. 1 bis 4.

Synapse (Abb. 1). Variabilität der Ultrastruktur interneuronaler Synapsen<br />a: einheitliche Aktivzone; b: geteilte Aktivzone; c: Impression; d: axospinodendritische Synapse, kleine Aktivzone; e: Bouton en passage an Spine; f: axospinodendritische u. ax
Synapse (Abb. 1). Variabilität der Ultrastruktur interneuronaler Synapsen
a: einheitliche Aktivzone; b: geteilte Aktivzone; c: Impression; d: axospinodendritische Synapse, kleine Aktivzone; e: Bouton en passage an Spine; f: axospinodendritische u. ax
Synapse (Abb. 2). Schematische Darstellung einer asymmetrischen, chemischen Synapse<br />Erster Synapsenpol (Pars praesynaptica): 1: Densitas praesynaptica; 2: Membrana praesynaptica (innere Schicht) 3: Membrana praesynaptica (äußere Schicht); 4: Anlageru
Synapse (Abb. 2). Schematische Darstellung einer asymmetrischen, chemischen Synapse
Erster Synapsenpol (Pars praesynaptica): 1: Densitas praesynaptica; 2: Membrana praesynaptica (innere Schicht) 3: Membrana praesynaptica (äußere Schicht); 4: Anlageru
Synapse (Abb. 3). Multipolare Nervenzelle mit axosomatischen (a) u. axodendritischen (b) ösen- u. kolbenförmigen Endigungen. Zahlreiche Axone mit kleinem Transmissionsfeld
Synapse (Abb. 3). Multipolare Nervenzelle mit axosomatischen (a) u. axodendritischen (b) ösen- u. kolbenförmigen Endigungen. Zahlreiche Axone mit kleinem Transmissionsfeld
Synapse (Abb. 4). Multipolare Nervenzelle mit perizellulären synaptischen Strukturen eines Axons (a) mit großem Transmissionsfeld
Synapse (Abb. 4). Multipolare Nervenzelle mit perizellulären synaptischen Strukturen eines Axons (a) mit großem Transmissionsfeld

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • gedankengänge, die nicht die meinen sind

    der praxisalltag bleibt doch stets ein quell der freude und der katharsis. immer wieder erfährt man, das leben habe interessante facetten zu bieten, oder gedankengänge, die bisher zumindest nicht die meinen waren, und trotzdem nun – so sie ausgesprochen sin...

  • Alpha2-adrenerge Rezeptorantagonisten

    Die Alpha2-adrenerge Rezeptorantagonisten: hemmen die Wirkung von Katecholaminen an a2 - Rezeptoren a2 - Blockade führt zur verstärkten Noradrenalin - Ausschüttung (negative Rückkopplung blockiert) und Vasodilatation a2 - Rezeptoren vorwiegend auf präsynapt...

  • Antidepressiva (präoperative Einnahme)

    Zu den wichtigsten Antidepressiva gehören: Tricyclische Antidepressiva: hemmen Wiederaufnahme von Noradrenalin oder Serotonin in präsynaptische Nervenendigungen Amitriptylin Doxepin Imipramin Clomipramin Monooxidase - Hemmer: blockieren Abbau der Neurotrans...

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen