Syphilis - Medizinlexikon

Synonyme: Lues venerea harter Schanker

sehr gefährl. Geschlechtskrankheit. Chron. verlaufende Infektionskrankheit. Der Name der S. geht auf Girolamo Fracastoro zurück, einen Veroneser Arzt, der in einem 1530 veröffentlichten Lehrgedicht den Hirten Syphilis wegen Gotteslästerung an der neuen Seuche erkranken läßt. Erreger ist Treponema pallidum. Serum- u. Liquordiagnostik: Komplement-Bindungsreaktion (Wassermann-Reaktion), Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest (TPHA-Test), Flockungs-, Trübungs- u. Ballungsreaktion (nach Kahn, Meinicke, Sacks-Witebski u. a.), Trockenblutreaktion (nach Chédiak, Koda Guo, Hämel), Treponema-pallidum-Immobilisationstest (nach Nelson u. Mayer), Schwund u. Haftphänomen (nach Nelson). Übertragung meist durch Geschlechtsverkehr, selten extragenital. Man trennt erworbene S. (S. acquisita) von der S. connata (falsch congenita), der angeborenen S., ab. Bei der erworbenen S. unterscheidet man drei Stadien: 1. S. I (Primärstadium): drei Wochen nach Infektion entsteht an der Infektionsstelle ein sog. Primäraffekt (PA). Beginn mit einem harten Knötchen, das an Größe zunimmt (Initialsklerose) u. bald erodiert (Ulcus durum, harter Schanker). Meist rund o. oval, Rand nicht unterminiert, glatter glänzender Grund, dieser sondert Flüssigkeit (Reizserum) ab. Meist nur einzelne PA, seltener sind multiple PA. Sitz: Genitale, Glans, Sulcus coronarius, Praeputium, Urethra, Skrotum, Vulva, Portio, Labien, Zervikalkanal; extragenital: Lippen, Tonsillen, Zunge, Mamillen u. an jeder anderen Körperstelle. Abb.

Syphilis. Primäraffekt am Penis
Syphilis. Primäraffekt am Penis

© Elsevier GmbH, München

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