Tabletten - Medizinlexikon

einzeldosierte, feste, i. d. R. flachzylindr. Zubereitungen mit biplanen (bevorzugt mit Facettenrand) o. bikonvexen Flächen. An der Oberfläche können sie aufgedruckt die Bez., die Dosis, ein zur Identifizierung geeignetes Zeichen u. zur leichteren Teilung eine Bruchkerbe o. Kreuzbruchkerbe tragen. Sie enthalten neben den wirksamen Arzneistoffen meist noch Füll- u. Bindemittel (Milchzucker, Stärke [Kleister], Gelatine u. a. m.), Sprengmittel (Stärke, meist mit Ultraamylopectin, Formaldehydkasein u. -gelatine), bei Brausetabletten wasserfreie Zitronensäure u. Natriumhydrogenkarbonat, Fließregulierungs-, Schmier- u. Formentrennmittel (FST-Komplex), Hydrophilisierungsmittel, Feuchthaltemittel (Glycerol), Lösungsverzögerer (Zucker, festes Paraffin) u. a. m. Die Auswahl der Hilfsstoffe richtet sich nach den ther. Zielsetzungen. Meist besteht die Kunst des Tablettierens darin, ein Produkt zu erzielen, das gegen mechan. Beanspruchung möglichst unempfindl. u. längere Zeit haltbar ist, in Wasser o. wäßrigen Lösungen schnell zerfällt u. die in ihm enthaltenen Arzneistoffe schnell freigibt (schnell zerfallende T. wie Analgetika, Antineuralgika u. a. m.). T. haben heutzutage eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen. So kann die Forderung nach oraler Wirkung bestehen (Kau-, Lutsch-, Sublingual-, Bukkaltabletten). Bei peroraler Applikation kann neben der obengenannten schnellen Liberation der Wirkstoffe eine protrahierte Freisetzung gefordert sein, Depotpräparate. Implantationstabletten dürfen nur aus reinem Wirkstoff bestehen, da sie unter die Haut implantiert werden, ferner gibt es Lösungstabletten, Injektions-, Vaginaltabletten u. a. m.

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