Therapie, elektrokonvulsive - Medizinlexikon

Synonyme: EKT

1938 durch Cerletti erstmals angegebenes, später durch Kalinowski weiterentwickeltes psychiatr. Therapieverfahren. Bei der e. T. wird unter Anästhesie durch kurze Stromimpulse ein epilept. Anfall kontrolliert ausgelöst. Der Wirkungsmechanismus ist nicht endgültig geklärt, entscheidend ist wahrscheinl. eine gleichzeitige Beeinflussung zahlreicher Transmittersysteme. Zur Vermeidung schwerer Nebenwirkungen wie Frakturen u. Gedächtnisstörungen wird die e. T. heute grundsätzl. in Kurzzeitanästhesie unter Muskelrelaxation u. kontrollierter Beatmung durchgeführt. Ind.: u. U. vitale Indikation bei febriler Katatonie. Bei sonst therapierefraktären Depressionen erreicht die e. T. noch eine Remissionsrate von etwa 60 %. Ferner bei somat. Komorbidität, wenn eine rasche Remission der psychopatholog. Sympt. notwendig ist. Diskutiert wird auch eine Ind. bei therapierefraktären Schizophrenien. Kontraindikationen: v. a. gesteigerter Hirndruck, Gefäßaneurysmen, eingeschränkte Narkosefähigkeit. Nebenwirkungen: insbes. passagere Gedächtnis- u. Orientierungsstörungen. Bleibende Gedächtnisstörungen werden bei sachgerechter Durchführung nur ausnahmsweise beobachtet u. bleiben i. d. R. auf die Zeit unmittelbar vor u. nach der Behandlung beschränkt. Das Anästhesierisiko wird durch die Behandlung selbst nicht maßgebl. verändert.

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