Thermographie - Medizinlexikon

Alle Körper senden entspr. ihrer Temperatur (T) eine Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) aus. Für die Strahlungsleistung W gilt: W = konstant T4. Beim Menschen liegen die entsprechenden Wellenlängen zwischen 3 ?m u. 30 ?m, mit einem Maximum bei 10 ?m. Die Temperaturverteilung auf der Oberfläche wird durch versch. unter dieser Oberfläche ablaufende Krankheitsprozesse beeinflußt. Die Infrarotstrahlung wird mit spez. Detektoren (Bolometer, Halbleiter, z. B. Indiumantimonid, dotiertes Germanium) in elektr. Signale umgewandelt, die, elektron. verstärkt, die Helligkeit (Strahlungsdichte) einer kleinen Glühlampe regeln u. schließl. photograph. registriert werden. Ähnl. wie beim Fernsehbild o. beim Szintiscanner wird der Pat. zeilenweise abgetastet, wobei Temperaturunterschiede auf der Haut bis herab zu 0,08 °C erkannt werden können. Ein Bild wird aus ca. 60 000 Bildpunkten aufgebaut. Eine Variante ist die Plattenthermographie (Kontaktthermographie). Dabei wird die Eigenschaft von Flüssigkristallen (meist Cholesterinester) ausgenutzt, in Abhängigkeit von der Temperatur die Wellenlänge von reflektiertem Licht, d. h. ihre Farbe, zu verändern. Die temperaturabhängigen Farbänderungen sind reversibel. Die Flüssigkristalle werden zwischen Folien gebracht u. ähnl. wie Filme bei Kontaktaufnahmen gehandhabt. Es ist auch mögl. nach Schwärzung der Haut, die Flüssigkristalle direkt auf die Haut zu pinseln. Als Vorteile der T. gelten: keine Strahlenexposition für die Bilderzeugung, keine Injektionen, kein Kontrastmittel u. kein Kontakt zwischen Gerät u. Pat. Die Methode wird u. a. erfolgreich angewendet zur Diagn. des Brustkrebses, der Lokalisation der Plazenta, bei rheumat. Arthritis, Appendizitis, Verbrennungen u. Erfrierungen u. art. Durchblutungsstörungen.

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