T4 (Thyroxin) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich (Blut) [TLD]

  • Gesamt-T4: 56–123 µg/l (72–158 nmol/l)
  • Freies T4: 9,9–16,2 ng/l (12,7–20,8 pmol/l)

µg/l x 1,287 = nmol/l; nmol/l x 0,78 = µg/l

Hintergrund

Gesamt-Thyroxin (Gesamt-T4, TT4) oder – besser – freies Thyroxin (Freies T4, fT4) sind Basiswerte zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.

Thyroxin (T4 wegen seiner vier Jodatome), ist eines der beiden Schilddrüsenhormone. T4 ist im Blut größtenteils an TBG (Thyroxinbindendes Globulin) gebunden. Nur 0,025 % liegen als biologisch aktives freies T4 vor.

Bestimmung im Blut

  • Veränderter TSH-Wert
  • Verdacht auf Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse (Hyper- bzw. Hypothyreose)
  • Kontrolle einer Behandlung mit Schilddrüsenhormonen

T4-Erhöhung

  • Schilddrüsen-Überfunktion , z.B. bei autonomem Schilddrüsenadenom , Morbus Basedow oder zu Beginn einer chronischen Schilddrüsenentzündung
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Gabe jodhaltiger Medikamente oder Kontrastmittel bei unerkannter Schilddrüsenfunktionsstörung

T4-Erniedrigung

  • Schilddrüsen-Unterfunktion , beispielsweise angeboren, bei chronischer Schilddrüsenentzündung , nach Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie, bei Funktionseinschränkung der Hypophyse
  • Überdosierung von Thyreostatika
  • Unterdosierung der Ersatzbehandlung mit Schilddrüsenhormonen
  • Ausgeprägter Jodmangel

Stufendiagnostik der Schilddrüsenfunktion

  • Als Suchtest (Screening) bei Beschwerdefreien: TSH
  • Verdacht auf Schilddrüsen-Überfunktion: TSH, fT4, fT3
  • Verdacht auf Schilddrüsen-Unterfunktion: TSH, fT4
  • Verdacht auf Schilddrüsenentzündung: Schilddrüsenantikörper
Erkrankung TSH T4, fT4 T3, fT3

Primäre Hypothyreose: Schilddrüsen-Unterfunktion durch Schädigung der Schilddrüse selbst (z.B. nach Entzündung)

e

i

i

Sekundäre Hypothyreose: Schilddrüsen-Unterfunktion durch Mangel stimulierender Steuerhormone, z.B. bei Hypophysenvorderlappenschädigung

i

i

i

Low-T3-Syndrom durch Umwandlungshemmung von T4 zu T3

n

n

i

Primäre Hyperthyreose: Schilddrüsen-Überfunktion durch Störung in der Schilddrüse selbst (z.B. Autonomie)

i

e

e

Sekundäre Hyperthyreose: Schilddrüsen-Überfunktion durch Überschuss stimulierender Steuerhormone

e

e

e

Isolierte T3-Hyperthyreose

i

n

e

Typische Veränderungen bei häufigen Schilddrüsenfunktionsstörungen (e = erhöht, i = erniedrigt, n = normal).

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Thyroxin - Medizinlexikon

Tetraiodthyronin, Levothyroxin, L-Thyroxin (T4). In der Schilddrüse nach Iodaufnahme synthetisiertes Hormon. Sekretionsrate 90–110 ?g/d. Im Blut zu 75–80 % an thyroxinbindendem Globulin, zu 15 % an Präalbumin u. zu 5–10 % an Albumin gebunden. Nur etwa 0,04 % liegen als freies T4 (FT4) vor. Biol. Halbwertszeit 190 h Prohormon für Triiodthyronin (T3), da 80 % des T4 in einem Konversionsschritt mit Hilfe der Deiodase peripher zu T3 u. Reverse-T3 (rT3) umgewandelt wird. Wichtigste Wirkungen der Schilddrüsenhormone: 1. Förderung von Wachstum u. Reifung des Organismus (Gehirn, Skelett, Genitalorgane); 2. pos. inotrope u. chronotrope Wirkung auf das Herz (Steigerung von Herzfrequenz, Herzminutenvolumen Schlagvolumen, Blutdruckamplitude); 3. Förderung der Proteinsynthese unter physiol. Bedingungen; 4. bei Hormonüberschuß katabole Stoffwechselwirkung mit Steigerung von Glukoneogenese u. Lipolyse; 5. vermehrte Diurese, beschleunigte Kalziummobilisierung im Knochen, erhöhte Wärmebildung.

© Elsevier GmbH, München

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