Tonometer - Medizinlexikon

Gerät zur Messung des Augendrucks. Impressionstonometer (nach Schiötz): Ein bekanntes Gew. drückt die Hornhaut ein. Je niedriger der Augeninnendruck ist, um so mehr wird die Hornhaut eingedellt. Das Ausmaß der Impression kann auf einer Skala abgelesen werden. Da bei dieser Methode das Bulbusvolumen verändert wird, mißt man nicht den Ausgangsdruck po, sondern den Druck, der während der Impression herrscht (pt). Die Differenz wird von der Rigidität beeinflußt, deren Koeffizient mit der Differentialtonometrie bestimmt wird. (Tonometrie mit 2 versch. Auflagegewichten). Diesen Fehler vermeiden weitgehend die Applanationstonometer: durch Aufpressen eines bekannten Gew. wird die Hornhaut abgeflacht (Maklakoff-Kalfa), o. sie wird durch ein variables Gew. auf eine konstante Fläche planiert (Goldmann). Je niedriger die Tension, um so größer die Applanationsfläche. Das Goldmann-Tonometer wird in Verbindung mit der Spaltlampe benutzt. Das Elektrotonometer ist ein Impressionstonometer mit dem Prinzip der Induktion.

Elektromechan. o. elektromagnet. bewegte Schüttelvorrichtung zur Beschleunigung der Gasaufnahme in eine Flüssigkeit entspr. dem Partialdruck außerhalb der Flüssigkeit. Bei der Blutgasanalyse werden Mikrotonometer für Blutproben im Mikroliterbereich eingesetzt, um für Meßzwecke definierte Gasdrucke zu erzeugen.

Elektron. Blutdruckmeßgerät, das mit einem Druckmeßwandler arbeitet, der die durch Pulsation verursachten sehr kleinen Dehnungen u. Stauchungen u. die daraus resultierenden Widerstandsänderungen eines Halbleiterdehnmeßstreifens ausnutzt (Druckänderungen werden in elektr. Spannungsänderungen umgewandelt). Der Wandler wird z. B. wie beim Pulsfühler auf dem Unterarm befestigt, u. auf einem Oszillographen wird die Druckkurve aufgezeichnet. Ein im Gerät eingebauter Mikroprozessor berechnet Pulsfrequenz u. Durchblutung. Bei Abweichungen des Blutdrucks von einem Sollwert löst das T. ein Signal aus. Es wird insbes. zur kontinuierl. Drucküberwachung eingesetzt.

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