Trachom - Medizinlexikon

Conjunctivitis granulosa (trachomatosa), ägypt. Augenkrankheit; chron., spezif. meldepflichtige Keratitis, Konjunktivitis (Infektionskrankheit) mit Bildung von Pannus in oberen Hornhautabschnitten u. Follikeln in Bindehäuten. Wesentl. Ursache für Erblindung. Weit verbreitet in warmen Ländern, bes. in trocken-heißen Klimazonen. Von Mensch zu Mensch weitergebende Schmutz- u. Schmierinfektion. Erreger ist Chlamydia trachomatis. Erregerreservoir ist der Mensch. Inkubationszeit 5–7 Tage, auch länger. Beginn oft symptomarm mit Augenbrennen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl. Verlauf in 4 Stadien: 1. kleine Follikel, obere tarsale Bindehaut, beginnende Pannusbildung, von kranial einwachsend; 2. große, sagokornartige Follikel, Kornea stärker beteiligt; 3. Narbentrachom: mit beginnender Vernarbung entsteht Entropium u. Trichiasis; 4. narbige Ausheilung: Hornhaut getrübt, Lider starr, bakterielle Sekundärinfektionen Hämophilus ägypticus (Koch-Weeks). Am Limbus bilden sich Herbert-Grübchen, ein sehr charakterist. Trachomzeichen. Endausgang mit Entropium, scheuernden Zilien, Hornhautleukom. Typ. Narbenlinien auf der Conjunctiva tarsi (Arlt-Linien). Seltener Unterlidbefall. Diagn.: klin., mikrosk. Nachweis von Einschlußkörperchen (Halberstädter-Prowazek-Körperchen) in Epithelabstrichen, kulturell u. serol. Ther. mit Tetrazyklin o. Erythromycin lokal u. Sulfonamiden oral, operative Verfahren. Proph. durch Verbesserung der Hyg. Trachombekämpfung erfolgt international über Trachomzentren.

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