Tularämie - Medizinlexikon
Synonyme:
Hasenpest
T. des Menschen: Enzoot.-epizoot., durch Kontakt o. kontaminierte Nahrungsmittel, auch durch Zecken von infizierten Tieren (Hasen, Wildkaninchen, Ratten, Mäusen) auf Menschen übertragbare, meldepflichtige Infektionskrankheit. Erreger Tularämiebakterien (Francisella tularensis). Inkubationszeit 2–5 Tage. Klin. lokale äußere Form mit Primärkomplex (ulzeroglandulärer o. okuloglandulärer Typ, Geschwür mit Lymphknotenschwellung) o. die hochfieberhafte generalisierte innere Form (typhöser Typ, als thorakale Form: Pneumonie o. als abdominale Form mit Leber-Milz-Schwellung, Leibschmerzen u. Durchfall). Letalität unbehandelt bis zu 5 %. Langjährige Immunität nach Überstehen der Krankheit. Diagn. v. a. serol., Erregernachweis schwierig. T. der
Tiere: in Amerika, Asien u. Europa verbreitete Infektionskrankheit vieler Tierarten, v. a. Nager, Wildkaninchen, Feldhasen. Haupterregerreservoire (Francisella tularensis, gramnegatives, aerobes, kokkoides Stäbchen) stellen Zecken, blutsaugende Dipteren, Flöhe, Läuse u. Wanzen dar. Mitteleuropa ist am häufigsten befallen. Nach 2–3 Tagen Inkubationszeit verläuft die Krankheit meist als hämorrhag. Septikämie mit Schwäche, Fieber, Erhöhung der Atmungsfrequenz. Tod der Tiere zumeist nach 4–13 Tagen, bei chron. Infektionen nach 14–60 Tagen. Von den Haustieren erkranken v. a. Schaf, Schwein, Rind, Hund u. Katze. Die pathol.-anat. Veränderungen bei Nagern ähneln denen bei Pseudotuberkulose (Rodentiose), v. a. zeigen sich Milzvergrößerung u. Lymphknotenschwellung.
Eine sichere Diagn. ist nur mittels Langsamagglutination mögl. Ther. werden Antibiotika gegeben, proph. muß eine Bekämpfung der Nagerpopulation u. der Ektoparasiten erfolgen. Die Ansteckung des Menschen erfolgt hauptsächl. durch Kontakt mit infizierten Nagern.
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