Tumornekrosefaktor - Medizinlexikon

Synonyme: TNF-alpha TNF-beta Cachectin Lymphotoxin (LT)

von immuninvolvierten Zellen produziertes Zytokin, das im Zusammenhang mit der Nekrose von Tumorzellen entdeckt wurde, Funktionen sind jedoch vielfältiger (Mediator best. Entzündungs- u. Immunreaktionen sowie Zellproliferationen als auch selektiver Zytotoxizität für best. maligne transformierte exp. Zellinien). Es gibt zwei nichtallele Formen von TNF: TNF-alpha u. TNF-beta. TNF-alpha wird von Makrophagen, Eosinophilen u. Killerzellen produziert. Er wirkt zytostat. u. zytotox. auf versch. Tumorzellen. TNF-beta wird ausschließl. in menschl. T-Zellen exprimiert (Glykoprotein); entwickelt wie TNF-alpha Antitumoreffekte u. erhöht die phagozytierende Aktivität von Neutrophilen. TNF-alpha ist mit Cachectin ident. (weitere Bez.: Necrosin, makrophagenzytotox. Faktor); TNF-beta ist mit dem früher als Lymphotoxin bezeichneten Faktor ident. Als Bindungsorte (Rezeptoren) von TNF wurden Zellmembranstrukturen erkannt, die durch die monoklonalen Antikörper der Spezifikation CD 120 a u. b nachweisbar sind (CD-Nomenklatur). Funktionen: Vermittlung von Antworten im Entzündungsgeschehen (Vasodilatation), Stimulierung der Proliferation von Tumorzellen, zytotox. Wirkungen, Stimulierung der durch T-Zellen vermittelten Immunität gegen Tumorzellen, Auslösung der Kachexie von Tumorpatienten. TNF stimuliert auch die Angiogenese, hat aber eine destruktive Wirkung auf die Tumorvaskularisation. TNF bindet an zwei versch. Zellrezeptoren: 1. an einen sehr weit verbreiteten Rezeptor, der wahrscheinl. auch die zytotox. Wirkung auf Tumorzellen vermittelt; 2. an einen nur durch lymphoide u. myelo. Zellen exprimierten Rezeptor. TNF vermag Tumorwachstum u. Tumorinvasivität zu steigern.

© Elsevier GmbH, München

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