Umweltkontrolle - Medizinlexikon

Messen von Gesundheits- u. Umweltfaktoren, deren Aufzeichnung sowie das Sammeln u. die Interpretation der Daten. Erkennung von Änderungen des Gesundheitsstatus der Menschen u. deren Umgebung. Man unterscheidet die Kontrolle der regional begrenzten belasteten Umwelt (z. B. Industriezentren) sowie der allg. Grund- bzw. Background-Belastung, um Hinweise für die real einwirkenden Umwelteinflüsse auf den Menschen zu erhalten (engl. Actual daily intake). Die Grundbelastung wird i. R. des Global Environmental Monitoring System (GEMS) weltweit von UNEP, WHO u. ECE verfolgt. Zur Kontrolle der Umweltbelastung dienen bodenständige Meßnetze u. zunehmend moderne Fernerkundungsverfahren. Bodenständige Meß- u. Kontrollsysteme arbeiten zeitl. begrenzt o. bestehen aus permanent tätigen Stationen (z. B. Basis- u. Regionalstationen des GEMS-Netzes). Unbemannte, vollautomat. arbeitende Stationen o. Plattformen zu Lande, zu Wasser u. in der Luft (Triftballons) funken Daten über Satelliten. Für operative Zwecke werden mobile u. stationäre Meßeinheiten eingesetzt. Die Umweltverunreinigung nimmt zunehmend globalen Charakter an. Es gilt, durch Vereinheitlichung von Untersuchungsmethoden u. techn. Ausrüstung die Vergleichbarkeit der Daten versch. nationaler u. internationaler Meß- u. Kontrollnetze zu gewährleisten. Moderne luft- u. raumfahrttechn. Fernerkundungsverfahren ermöglichen einen komplexen Datenzugriff auch von schwer zugängl. Gebieten; es werden Daten in bildhafter Form von großen, sich überlappenden Räumen in rascher Wiederholbarkeit (alle 1,5–24 h) u. damit auch von kurzlebigen Erscheinungen erhalten. Die Datenerfassung erfolgt durch Beobachtungsplattformen oberhalb der Erdoberfläche (Flugzeuge, Satelliten) mittels photograph. Verfahren (Schwarzweiß-Film, Farbfilm, Falschfarb- o. Spektrozonalfilm, Multispektralphotographie) o. Abtast-Scanner-Verfahren (Multispektralscanner, Mikrowellenabtastung, Radar, Lidar). Die Luft- u. Raumfahrttechn. Fernerkundungsverfahren ermöglichen bei einer Flächenauflösung von etwa 5 m (photograph. Verfahren aus rund 300 km Höhe) bzw. 10 m (Scanner-Verfahren aus rund 900 km Höhe) wichtige themat. Interpretationen zur Wasserhygiene (Belastung der Oberflächengewässer), Bodenhygiene (Altlastenstandorte, Deponien, Trinkwasserschutzgebiete) u. Lufthygiene (Emissionen).

© Elsevier GmbH, München

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