Vitamin E - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [GN]

0,8-1,2 mg/l (1,7–2,5 µmol/l)

Hintergrund

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für acht fettlösliche Vitamine, die Tocopherole. Biologisch am wirksamsten ist das alpha-Tocopherol.

Vitamin E wirkt antioxidativ, es ist notwendig für Nervensystem und Muskeln sowie an der Regulation von Abwehrsystem und Durchblutung beteiligt.

Tocopherole sind v.a. in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden. Ein Vitamin-E-Mangel ist bei Menschen ohne Vorerkrankungen kaum möglich, weil Vitamin E gespeichert werden kann. Da Vitamin E über die Galle ausgeschieden wird, sind auch Schäden durch ein Zuviel nicht bekannt. Ob Vitamin-E-Tabletten wirklich so positive Effekte haben wie oft behauptet, ist höchst umstritten. Hohe Dosen Vitamin E vermindern die Aufnahme von Vitamin A und K.

Da Mangelzustände eine Rarität und erhöhte Blutspiegel keine Krankheitswert haben, ist die teure Vitamin-E-Bestimmung im Blut nur sehr selten sinnvoll.

Bestimmung im Blut

Verdacht auf Vitamin-E-Mangel

Vitamin-E-Erhöhung

Hoch dosierte Vitamin-E-Gabe

Vitamin-E-Erniedrigung

  • Schwerste Mangelernährung
  • Schwerste Resorptionsstörungen
  • Lang dauernde künstliche Ernährung
  • Leberzirrhose
  • Seltene angeborene Stoffwechselstörungen

Gut zu wissen

Zur Blutentnahme müssen Sie nüchtern sein. Die Blutprobe muss vor Licht geschützt und gekühlt werden.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Vitamin E - Medizinlexikon

Synonyme: Tocopherole

Gruppe von Substanzen mit unterschiedl. Wirkung, in der Natur weit verbreitet. Chem. Grundgerüst der E-Vitamine bildet das Chroman mit der in Position 2 verknüpften isoprenoiden Seitenkette. Höchste Vitaminwirkung hat das D-Alphatocopherol. Die E-Vitamine sind fettlösl., wasserunlösl., gegen Erhitzen relativ beständig, durch UV-Licht, Alkalien, Luftsauerstoff u. starke Oxidation erfolgt Zerstörung. Im Pflanzenreich in Ölen in größeren Mengen vorhanden (bes. Weizenkeimöl), außerdem in Gemüse, Eidotter, Milch, Butter. V.-E-Mangel: unterschiedl. Ausfallerscheinungen, die stark speziesabhängig sind, so daß eine Systematisierung nicht mögl. ist. Bekanntestes Sympt. ist bei weibl. Ratten (bzw. Maus) Resorptionssterilität infolge des Unvermögens, das fetale Gefäßsystem aufzubauen u. bei männl. Ratten Degeneration des Testes. Daher stammt die frühere Bez. Antisterilitätsvitamin. Verbreitetstes Mangelsymptom ist die Muskeldystrophie (Ratte, Maus, Meerschweinchen, Hund, Affe). Sie ist verbunden mit gestörtem Kreatinstoffwechsel (Kreatinurie) u. Proteinstoffwechsel (Aminoazidurie, außer Glycin, aber hoher Ausscheidung des aus Anserin u. Carnosin stammenden Methylhistidins). Weitere Sympt. bei vielen Tieren: verminderte Resistenz der Erythrozyten gegen hämolyt. wirkende Oxidanzien (Dialursäurehämolyse, bequeme Methode zum Nachweis von Vitamin-E-Mangel); Lebernekrose bei gleichzeitigem Proteinmangel (spez. Mangel an S-haltigen Aminosäuren im Protein), die durch Selen zu verhindern ist. V. E hat in vitro u. in vivo antioxidative Wirkung. Es schützt Fettsäuren, Proteine u. Nukleinsäuren vor ihrer Oxidation durch Sauerstoffradikale; deshalb auch Zellschutzvitamin. Erhöhte Zufuhr von Polyensäuren geht mit einem erhöhten Verbrauch von V. E einher. Eine typ. Vitamin-E-Avitaminose ist beim Menschen noch nicht beobachtet worden. Die vielfach geübte ther. Anwendung ist bei Erwachsenen kaum begründet. Säuglinge kommen mit einem Vitamin-E-Defizit zur Welt. Die empfohlene tgl. Vitamin-E-Aufnahme beträgt in mg/Tag für Säuglinge 6–8; für Jugendliche 9–10; Jungen u. Mädchen 12–14; Frauen 13; Männer, Schwangere (6.–9. Monat) u. Stillende 15 mg/Tag. Abb.

Vitamin E
Vitamin E

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