Wahrnehmung - Medizinlexikon

zum Bewußtsein gelangende Zuflüsse von Informationen aus den Extero- u. Interorezeptoren, wobei die Großhirnrinde aktiviert sein muß (Wachheitszustand). Bei partieller Aktivität, wie sie im Traum vorkommt (REM-Schlaf) treten der W. ähnl. Bewußtseinserscheinungen auf, sog. Traumwahrnehmung o. -erlebnisse. Die psychol. W. erfolgt auf mehreren Sinnesgebieten, u. zwar vorwiegend opt., akust. taktil, fernerhin hinsichtl. Geschmack u. Geruch. Die W. als Widerspiegelung ist keine mechan. Kopie der objektiven Wirklichkeit, sondern enthält bereits Stellungnahmen zum Objekt u. eine aktive Verarbeitung der Umweltreize, bei der die aktuelle Situation, vorhergegangene Erfahrungen u. die Entwicklung des Menschen eine erhebl. Rolle spielen. Sie enthält stets Tendenzen zur Vergegenständlichung u. zur Sinnerfüllung, bes. dann, wenn es sich um etwas handelt, was dem Wahrnehmenden als unverständl. erscheint (Deutung von Wahrnehmungsinhalten im Nebel, ein offener Ring wird bei kurzer Projektion als geschlossen angesehen usw.). Voraussetzung für eine W. ist ein intaktes Bewußtsein. Abnorme Wahrnehmungsverarbeitungen geschehen im Zustand großer Erregung, im Affekt o. z. B. bei ängstl. Menschen, die sich aus subjektiven Gründen verfolgt fühlen, o. in Form von Halluzinationen bzw. Illusionen, z. B. bei Psychosen.

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