Wasser - Medizinlexikon

Gasförmig (Wasserdampf), als H2O bzw. in flüssiger o. in fester Form (Eis, Schnee) als (H2O)x ist das W. in der Natur ubiquitär verbreitet; es stellt die wichtigste chem. Verbindung überhaupt dar u. bedeckt als Meerwasser 71 % der Erdoberfläche. W. ist eine recht stabile Verbindung u. als indifferentes Lösungs- u. Transportmittel für Stoffe aller Art geeignet. Leben ohne W. ist nicht mögl., alle chem. Reaktionen in den Lebewesen verlaufen in Gegenwart bzw. unter Mitwirkung von W. Nach dem natürl. Vorkommen unterscheidet man: atmosphär. W. (Regen, Schnee, Tau, Reif), Quell-, Grund-, Oberflächenwasser (Bach-, Fluß-, See-, Meerwasser). Gemäß der Anwendung spricht man von Trink-, Brauch- (in der Industrie) u. Abwasser. Der natürl. Gehalt an bes. gelösten Stoffen macht das W. zum Mineralwasser bzw. zum Heil- o. Tafelwasser (Säuerlinge, alkal. W., Bitter-, Kochsalz-, Eisen-, Arsen-, Iod-, Schwefel-, Radiumquellen usw.). Über die Bez. u. Anforderungen bei natürl. u. künstl. Mineralwasser (Tafelwasser) liegen gesetzl. Bestimmungen bzw. vereinbarungsgemäße Regelungen vor. Chem. reines W. findet sich prakt. in der Natur nicht; relativ einheitl. ist das atmosphär. W. Für bes. Zwecke stellt man reines W. durch Destillation (destilliertes W.: Aqua destillata, Aqua bidestillata), aber auch mittels Elektrophorese o. Ionenaustauschstoffen her. Für die Verwendung als Trinkwasser erfolgt vielfach eine Aufbereitung (Klärung, Entkeimung, Enteisenung, Entmanganung); zur Kariesprophylaxe (Caries dentium) wird in einigen Ländern Natriumfluorid (Fluoridierung) zugesetzt. Für die Aufbereitung von Brauchwasser (Industriewasser) werden spez. Verfahren angewendet. In biol. Systemen ist W. gewichts- u. volumenmäßig größter Bestandteil des Organismus; W. ist das ideale Lösungsmittel u. Reaktionsmedium für biol. Prozesse. Es besitzt eine sehr hohe spezif. Wärme, d. h., es stellt einen „Wärmepuffer“ dar (wichtig für Temperaturkonstanz). Es besitzt eine hohe Verdunstungswärme u. ist ein polares Lösungsmittel mit hoher Dielektrizitätskonstante; deshalb ist im W. die Löslichkeit von Elektrolyten u. ihre Neigung zur Dissoziation groß. W. besitzt beträchtl. Löslichkeitseigenschaften u. ist deshalb als Lösungs- u. Transportmittel für eine Vielzahl von Substanzen sehr geeignet; wäßrige Lösungen sind infolge ihrer kolligativen Eigenschaften vorteilhaft für biol. Systeme wegen der Konstanz der Zusammensetzung sowie Ausgleich durch Flüssigkeits- u. Teilchenbewegung zwischen versch. Kompartimenten (Kompartimentierung).

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