Wasserhaushalt - Medizinlexikon
beim gesunden Menschen entfallen rund 60 % des Körpergewichtes auf das Wasser. Die Knochen enthalten 20 %, die Muskulatur 75 %, der Liquor cerebrospinalis 99 % Wasser. Das Fettgewebe hat nur einen geringen Wasseranteil von 10–30 %. Darum zeigen Fett- u. Wassergehalt des Organismus ein reziprokes Verhalten. Im Durchschnitt enthält die fettfreie Körpermasse 73 % Wasser. Die Konstanz des Wasserbestands wird durch die Regelung von Aufnahme u. Abgabe gesichert. Der Körper gibt über Lunge u. Haut ständig Wasserdampf ab. Außerdem werden Salze u. Stoffwechselprodukte mit dem Urin in wäßriger Lösung ausgeschieden. Wasser geht mit dem Kot verloren u. wird im Dienste der Temperaturregulation als Schweiß abgesondert. Die Wasserverluste werden durch entsprechende Aufnahme ausgeglichen (Durst). Wasserüberschuß wird mit dem Urin ausgeschieden. Für die Regelung des W. spielt die Verteilung des Wassers auf die Flüssigkeitsräume des Organismus eine Rolle. Die Zufuhr von Wasser erfolgt durch Trinken u. mit der festen Nahrung. Mageres Fleisch enthält 60 %, Gemüse 90 % Wasser. Beim Abbau der Nährstoffe wird außerdem Oxidationswasser frei, u. zwar bilden sich für 100 g Stärke, Fett o. Eiweiß 56 bzw. 107 o. 40 ml Wasser. Der Erwachsene soll tgl. 40 ml Wasser pro kg Körpergewicht aufnehmen. Das Kind benötigt die doppelte, der Säugling die dreifache Menge. Bei starker Eiweiß- o. Mineralienzufuhr ist der Wasserbedarf wegen der vergrößerten Harnstoff- u. Salzausscheidung erhöht. Der tgl. Wasserumsatz des Erwachsenen beträgt etwa 2500 ml. Tab.
© Elsevier GmbH, München
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