Willis, Thomas - Medizinlexikon

(1621–1675), brit. Anat. u. Physiol., Oxford u. London. Mit W., der das Exp. in die Gehirnphysiologie einführte u. den Lokalisationsgedanken vertrat, begann eine neue Epoche der Hirnforschung. W. hat als erster den Zusammenhang zwischen ZNS mit allen Hauptorganen des menschl. Organismus wie Herz, Lunge, Darm usw. präzisiert u. schuf so die Voraussetzung für die Lehre von W. Cullen. W. beschrieb die Anat. des Gehirns in „Cerebri anatome“ 1664. Darin findet sich neben einer neuen Klassifikation der Hirnnerven, die lange Zeit gültig blieb, die erstmalige Beschreibung des N. accessorius als morphol. selbständiger Nerv. Auf W. geht wahrscheinl. auch der Begriff Neurologie zurück. Ebenfalls zum ersten Mal wurden von W. die Reflexe als automat. Vorgänge beschrieben. Der nach ihm benannte Circulus arteriosus cerebri (Circulus arteriosus Willisii) war bereits vor ihm durch J. J. Wepfer (1620–1695) beschrieben worden. W. hatte ledigl. die erste vollständige Abbildung des Circulus publiziert. W. ist u. a. auch Erstbeschreiber der Myasthenia gravis u. Wiederbeschreiber des honigartigen Geschmacks des Urins bei Diabetes mellitus (1674).

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen