Willkürbewegungen - Medizinlexikon

Synonyme: Selbstbewegungen Handlungsmotorik

die i. R. der Auseinandersetzungen mit der Umwelt auf Auswahl- u. Entscheidungsprozessen beruhenden zielgerichteten u. operanten Bewegungsakte unter Beteiligung mehrerer bis vieler Muskelgruppen. Die hierfür erforderl. räuml.-zeitl. Innervationsmuster werden von subkortikalen Funktionsgeneratoren bereitgestellt, deren Gruppe für die Vorprogrammierung rascher, diskontinuierl. ballistischer Selbstbewegungen wahrscheinl. im Neozerebellum, deren andere für die glatt-kontinuierl. Selbstbewegungen beliebiger Geschwindigkeit wahrscheinl. in den Basalganglien liegt. Der prim. motor. Kortex integriert die von ihnen u. von anderen Teilen des Gehirns kommenden Afferenzen unter zusätzl. Informationsverarbeitung (Bewegungsprogrammierung) u. löst durch motor. Efferenzen über das Pyramidensystem (Tractus corticospinalis) die W. aus. Eine doppelläufige Verbindung der motor. Rinde über Kerne der Pons u. Thalamus mit dem Cerebellum moduliert die Rindenaktivität u. paßt so die W. automat. an die versch. Bewegungsbedingungen an (u. a. zeitl. Koordination von Agonisten u. Antagonisten), wobei über das Kleinhirn auch Verbindungen zum extrapyramidalen System bestehen. Die W. unterliegen somit eigentl. nur vom Start her dem Willen.

© Elsevier GmbH, München

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