Wurzelkanalbehandlung - Medizinlexikon

endodont. Therapieverfahren mit Entfernung des gesamten entzündeten o. gangränösen Pulpagewebes. 1. Vital- u. Mortalexstirpation: Entfernung der gesamten entzündl. veränderten u. irreversibel geschädigten Pulpa nach Schmerzausschaltung durch Lokalanästhesie o. Nekrotisierung, Aufbereitung u. Erweiterung der Wurzelkanäle u. dichter Verschluß mit einem Wurzelfüllmaterial. Ind.: Pulpitis acuta radicularis, Pulpitis chronica clausa, Pulpitis chronica aperta ulcerosa. Eine ordnungsgemäße Wurzelfüllung ist nur bei relativ geraden nicht obliterierten Wurzelkanälen mögl., daher Einschränkung der Ind. durch Alter u. Zahntyp. 2. Gangränbehandlung: Entfernung der gangränösen, evtl. infizierten Massen, großzügige Erweiterung des Kanallumens (infiziertes Kanalwanddentin) u. Ausschachtung des Wurzelkanals bis zum anat. Foramen apicis dentis, wanddichte Versorgung mit einem Wurzelfüllmaterial. Methode auf einfache, großräumige u. weite Wurzelkanalverhältnisse beschränkt. Zur Durchführung der Wurzelbehandlung gibt es ein spezif. Instrumentarium, das teilweise maschinell betrieben wird. Therapiezwischenfälle bei der Wurzelbehandlung: Perforation des Wurzeldentins zum Parodontium hin, Via falsa, fausse route, Instrumentenfraktur im Wurzelkanal. Folgeerscheinung der W. ist die Parodontitis apicalis chronica, die auf Indikationsüberschreitung, Verletzung der Sorgfaltspflicht u./o. individuelle Disposition zurückzuführen ist. Endodontie.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen