Zahn - Medizinlexikon

Dens. Ein Z. besteht aus drei Hartsubstanzen: 1. Zahnbein: Dentin, Dentinum; bildet die Hauptmasse des Z. sowohl im Bereich der Zahnkrone (Corona dentis) als auch der Zahnwurzel (Radix dentis) u. umgibt die Zahnhöhle (Cavitas dentis) u. den Wurzelkanal (Canalis radicis dentis). Dentin besteht aus amorph mineralisierter Grundsubstanz u. den Dentinoblasten, die zeitlebens an der inneren Dentinoberfläche liegen u. deren lange, verzweigte Fortsätze (Processus dentinoblasti, Tomes-Fasern) zusammen mit Nervenfasern in den radiär verlaufenden Dentinkanälchen (Tubuli dentinales) gelegen sind. Das Grundgerüst bilden kollagene Fibrillen. Einlagerung von Hydroxylapatit bedingt die im Vergleich zum Knochen u. Zement größere Härte des Dentins. Das die Zahnbeinkanälchen begrenzende Dentin wird als Neumann-Scheide (Dentinum peritubulare) bezeichnet. Die Dentingrundsubstanz verkalkt in kugelförmigen Bezirken (Globuli dentinales). Im Bereich der Zahnkrone sind unverkalkte Interglobularräume sichtbar (Spatia interglobularia), die im Bereich der Wurzel als Tomes-Körnerschicht bezeichnet werden (Stratum granulosum dentini radicis). 2. Schmelz: Enamelum; härteste Substanz des Körpers, welche die Zahnkrone überzieht u. der das Schmelzoberhäutchen (Cuticula dentis) aufliegt. Der Schmelz besteht aus etwa 3–5 ?m dicken Schmelzprismen (Prismata enameli) mit verkalkter Kittsubstanz. Die Anordnung der Schmelzprismen bewirkt am Zahnschliff best. Streifen (Schreger-Streifen, Retzius-Streifen, Schmelz). 3. Zement: Cementum; knochenähnl. Substanz, welche die Zahnwurzel umgibt, besteht aus Zementzellen (Cementocyti), die in Höhlen (Lacunae cementales) liegen, u. Fasern mit Grundsubstanz (Substantia fundamentalis cementalis). Man unterscheidet Zement mit u. ohne Zementzellen: Cementum cellulare u. Cementum noncellulare (Faserzement). Die Zahnhöhle enthält die Pulpa dentis (Zahnpulpa), die aus einem lockeren, feinfasrigen Bindegewebe mit Blut-, Lymphgefäßen u. Nerven besteht. Odontogenese, Gebißformel, Gebißschema, Zahnform. Abb. 1 u. 2.

Zahn (Abb. 1). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Längsschnitt mit Zahnfleisch u. Alveole
Zahn (Abb. 1). Histologischer Schnitt, Azanfärbung; Längsschnitt mit Zahnfleisch u. Alveole
Zahn (Abb. 2)<br />1: Zahnschmelz; 2: Zahnbein; 3: Pulpakavum mit Kronenpulpa; 4: Zahnzement; 5: Wurzelkanal mit Wurzelpulpa; 6: physiologisches Foramen apicale; 7: anatomisches Foramen apicale; 8: Zahnwurzel; 9: Zahnhals; 10: Zahnkrone
Zahn (Abb. 2)
1: Zahnschmelz; 2: Zahnbein; 3: Pulpakavum mit Kronenpulpa; 4: Zahnzement; 5: Wurzelkanal mit Wurzelpulpa; 6: physiologisches Foramen apicale; 7: anatomisches Foramen apicale; 8: Zahnwurzel; 9: Zahnhals; 10: Zahnkrone

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