Zink - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL; TLD]

  • Erwachsene 0,6–1,2 mg/l (9–18 µmol/l)
  • Kinder 0,75–1 mg/l (7,7–15 µmol/l)

mg/l x 15,3 = µmol/l; µmol/l x 0,066 = mg/l

Hintergrund

Das Spurenelement Zink wirkt als Antioxidans, steuert das Immunsystem und ist für die Aktivität vieler Enzyme und somit die unterschiedlichsten Stoffwechselreaktionen erforderlich.

Im Blut findet sich nur 1 % des Gesamtkörperbestandes. Zink ist im Blut ist überwiegend an Eiweiße gebunden.

Bislang gibt es keinen Labortest, der die Zinkversorgung des Körpers gut widerspiegelt, wenig störanfällig und preiswert ist.

Der Zinkspiegel im Blut ist zur Beurteilung der Zinkversorgung des Körpers kaum geeignet, da er von sehr vielen Faktoren abhängt. Zudem kann die Probe mit Zink aus der Umwelt verunreinigt werden. Entsprechend ist eine Zinkbestimmung im Blut nur sehr selten sinnvoll.

Bestimmung im Blut

  • Verdacht auf Zinkmangel
  • Ursachensuche bei bestimmten Hautveränderungen und Wundheilungsstörungen, die auf eine übliche Behandlung nicht ansprechen
  • Ursachensuche bei Abwehrschwäche

Zink-Erhöhung

Zu hohe Zinkaufnahme durch Präparate zum »Zinkersatz«, auch in Erkältungs- und Multivitaminpräparaten

Zink-Erniedrigung

  • Ausgeprägte Mangel- oder Fehlernährung, beispielsweise bei Alkoholmissbrauch
  • Lang dauernde künstliche Ernährung
  • Chronische Darmerkrankungen mit Resorptionsstörungen, z.B. chronische Darmentzündungen
  • Nephrotisches Syndrom
  • Leberzirrhose
  • Stress, körperliche Belastung
  • Infektionen
  • Chronische Erkrankungen
  • Herzinfarkt
  • Operationen
  • Schwangerschaft, Einnahme der »Pille«
  • Akrodermatitis enteropathica. Dies ist eine erbliche Aufnahmestörung von Zink, die sich schon im Babyalter zeigt. Leitbeschwerden sind Haut-, Haar- und Nagelveränderungenveränderungen sowie Durchfälle.

Gut zu wissen

Für die Blutentnahme zur Zinkbestimmung müssen Sie nüchtern sein.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Zink - Medizinlexikon

chem. Symbol Zn; Ordnungszahl 30; Atomgewicht 65,38. Amphoteres Metall. Spurenelement. Bedarf etwa 6 mg/Tag, Tageszufuhr 2–22 mg; Körperbestand des erwachsenen Menschen 1–4 g. Zinkkonzentrationen in menschl. Organen (?g/g): Gehirn 820, Haut 1 000, Lunge 1 400, Aorta 1 600, Pankreas 2 400, Duodenum, Uterus 2 500, Magen 2 600, Myokard 2 800, Harnblase 3 200, Leber 3 800, Muskel 4 800, Nieren 4 900, Prostata 9 200. Als Bestandteil einiger Dehydrogenasen (Glutamatdehydrogenase, Malatdehydrogenase, Laktatdehydrogenase) sowie der Carboxypeptidase u. der Carboanhydrase nimmt Z. im Stoffwechsel eine wichtige Rolle ein. In den B-Zellen des Pankreas ist Z. an der Bildung der Speicherform des Insulins beteiligt: die Betagranula enthalten Zinkinsulin. Bes. reich sind neben den B-Zellen die Iris u. die Retina des Auges. Bei Störungen des Transportsystems für Z. in den Mukosazellen des Darms kommt es zur Ausprägung der Akrodermatitis enteropathica. Mangelerscheinungen: Wachstumsstörungen, Wundheilungsstörungen, Haarausfall, Lethargie, Hypogonadismus, Sterilität, Fehlbildungen. Muttermilch ist zinkreichste Nahrungsquelle. Durch Inhalation von Zinkoxidstaub o. -rauch Auftreten von Reizerscheinungen der Atemwege u. von Fieberanfällen mit Schüttelfrost („Zink- o. Gießerfieber“). Wasserlösl. Zinksalze sind tox. Ätzgifte, z. B. ZnCl2 u. ZnSO4. LD für Mensch 1–5 g. Bei chron. Zufuhr von Zinksalzen entwickelt sich eine hypochrome Anämie. Pharmak. finden folgende Zinkverbindungen Anwendung: oral: Zinksulfat in Kapseln, auch Zinkacetat u. Zinkglutamat; intravenös: Z.-D, L-Aspartat; lokal: Oxid, Propionat, Caprylat, Acetat, Salicylat, Stearat, Dithiocarbamat, Undecylat, Pyrithionat (adstringierend, antisept., fungizid, gegen Schuppen). In geringen Mengen ist Z. Bestandteil zahlreicher Legierungen, die in der Zahnmed. Anwendung finden.

© Elsevier GmbH, München

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