Magengeschwür: Informationen, Therapie & Behandlung
Ein Ulcus ist ein gutartiges Geschwür der Magen- oder Duodenalschleimhaut. Ein Magengeschwür wird als Ulcus ventriculi bezeichnet ist allerding meist ursächlich ein "peptischer Ulkus".
Epidemiologie
Derzeit leiden ca. 0,8% der Bevölkerung an einer Ulkuskrankheit. Das Ulcus duodeni ist dabei 5 mal häufiger als das Ulcus ventriculi. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu, was vermutlich damit verbunden ist, dass mit höherem Alter zunehmend eine Besiedlung mit Helicobacter pylori auftritt (Hauptauslöser der Ulkuskrankheit). Männer erkranken ca. 3x so häufig wie Frauen.
Formen und Lokalisation
Es gibt 2 Formen der umschriebenen Schleimhautdefekte:
1. Akutes Ulkus (Stressulkus) - ein akuter Zusammenbruch der Schleimhautfunktion des Magens unter Stressfaktoren wie z.B. einer OP oder einer lebensbedrohlichen Erkrankung
2. Chronisches Ulkus - gastroduodenale (auf Magen und Darm beschränkte) Ulkuskrankheit, meist durch Helicobacter pylori oder NSAR-Medikation (nicht-steroidale anti-rheumatische Medikamente) verursacht
Es gibt 2 Lokalisationen:
1. Magenulzera:
Sie können im gesamten Magen vorkommen. Am häufigsten betroffen sind das Antrum (tieferer Teil des Magens), die präpylorische Region (kurz vor dem Beginn des Dünndarms), sowie die kleine Kurvatur (genau Unterhalb des Eingangs der Speiserröhre). Höher sitzende Ulzera finden sich meist nur bei älteren Patienten. Solche Lokalisationen können ein Hinweis auf Malignität sein.
2. Duodenalulzera:
Sie sind meist dicht am Magen lokalisiert. Bei etwas 10% der Patienten besteht sowohl ein Magen- als auch ein Duodenalulkus.
Ursachen
Dem Ulkus liegt eine gestörte Schleimhautfunktion zu Grunde. Normalerweise gibt es eine Balance zwischen schleimhautprotektiven und schleimhautaggressiven Faktoren, so dass die Schleimhaut immer wieder erneuert wird, aber auch intakt bleibt. Durch Überwiegen der aggressiven Faktoren oder Abnahme der protektiven Faktoren kommt es zu Gewebeschäden.
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut infiziert und so eine Gastritis verursacht. Bei Vorliegen einer solchen Gastritis steigt das Risiko einer Ulkuskrankheit um das Drei- bis Vierfache an.
Nicht-steroidale Antirheumatika können die lokale Schleimproduktion stören und so zu Ulkuskrankheiten führen (geschieht in ca. 10% der Fälle).
Begünstigende Faktoren für eine Ulkuskrankheit sind außerdem Alkohol- und Nikotinkonsum, sowie anatomische Veränderungen.
Krankheitsverlauf
Symptome:
- epigastrische Schmerzen (Schmerzen im Oberbauch), die in den Rücken ausstrahlen können. Die Schmerzen sind oft krampfend, bohrend oder nagend und bessern sich oft nach Nahrungsaufnahme.
- Völlegefühl
- Übelkeit
- Gewichtsverlust
- ca. 50% der Ulkuskrankheiten sind aber asymptomatisch oder mit ungenauer Symptomatik
Komplikationen:
- Ulkusperforation, d.h., dass der Ulkus in die Bauchhöhle durchbricht, was meist mit Austritt von Luft verbunden ist
- Ulkuspenetration, d.h., dass der Ulkus in ein anderes Organ eindringt ohne Austritt von Luft in die freie Bauchhöhle
- Ulkusblutung - häufigste Ursache von Magenblutungen
- Magenausgangsstenose - der Ausgang des Magens ist durch den Ulkus ist blockiert, so dass die Nahrung nicht in den Dünndarm passieren kann
Diagnostik
Krankengeschichte und köperliche Untersuchung sind meist unspezifisch und besonders im Anfangsstadium der Krankheit oft unergiebig. Der definitive Nachweis eines Ulkus kann nur aus der Endoskopie (bildgebendes Gerät, das zur Untersuchung von inneren Organen verwendet wird) mit Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) gesichert werden. Solch eine endoskopische Untersuchung wird bei allen Patienten über 45 Jahre gemacht, sowie bei allen Patienten mit einer Anamnese oder einem Befund (Alarmsymptome), der auf eine Ulkuskrankheit hinweisen könnte.
Außerdem kann H. pylori nachgewiesen werden. Dies geschieht durch den Helicobacter-Urease-Test (HUT), bei dem durch den Nachweis von Urease im Atem das Bakterium nachgewiesen wird (Helicobacter produziert als Abfallprodukt Urease).
Therapie
Man ist heute der Meinung, dass die meisten diätetischen Maßnahmen keine Wirkung zeigen, allerdings ist der Verzicht auf Nikotin und Alkohol von Vorteil. Auch auf NSAR sollte verzichtet werden (wenn möglich). Als nächstes wird versucht eine Säuresenkung herbeizuführen. Das Ziel ist einen Magen-pH-Wert von 4 zu erreichen. Normalerweise wird hierzu eine Woche lang ein Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol) verabreicht.
Als letztes wird H. pylori eliminiert. Dies geschieht durch Kombination zweier Antibiotika, meistens Clarithromycin und Amoxicillin für eine Woche. Der Erfolg der Eliminierung wird etwas 6-8 Wochen später durch eine Endoskopie mit Biopsien gesichert. Durch diese Therapiemaßnahme verringert sich auch das Risiko einer erneuten Ulkuskrankheit.
Therapien für Magengeschwür
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