Ein Bandscheibenvorfall (auch: Prolabs, Protrusion, Hexenschuß)ist die Folge der Zerstörung derselben.
Um die Problematik eines Bandscheibenvorfalls verständlich zu machen, ist es zunächst notwendig, den physiologischen Aufbau einer Solchen näher zu betrachten.
Eine Bandscheibe, auch Zwischenwirbelkörper (Diskus intervertebralis) genannt, ist vergleichbar einem Wasserbett, das zwischen zwei Wirbelkörpern sitzt und diese gegeneinander abfedert. Die Kombination aus zwei Wirbelkörpern und einer dazwischenliegenden Bandscheibe wird als Wirbelsegment bezeichnet.
Da Bandscheiben nicht durch eigene Blutgefäße versorgt werden, ernähren sie sich aus der umgebenden Gewebeflüssigkeit. Dies geschieht des Nachts, während wir liegen. Dann saugen sich unsere Bandscheiben mit der nährstoffreichen Flüssigkeit voll. Im Laufe des Tages drücken wir sie dann durch unser eigenes Gewicht wieder leer, so daß sie sich des Nachts erneut vollsaugen können. Aus diesem Grund sind wir morgends etwas größer, als am Abend.
Die Bandscheibe selbst besteht aussen aus einem harten, unflexiblen Ring aus Bindegewebe (Anulus fibrosus). In ihrer Mitte hingegen befindet sich ein weicher, gallertartiger Kern (Nucleus pulposus). Durch Fehlbelastung der Wirbelsäule, insbesondere durch falsches Anheben und Tragen von Gewichten, kann es geschehen, dass die Bandscheibe sich nach vorne in Richtung Wirbelkanal hin auswölbt. Wir sprechen von einer Protrusion, einer Bandscheibenvorwölbung. Richtig problematisch hingegen wird es, wenn der bindegewebige Faserring reißt und sich der Gallertkern in den Wirbelkanal hinein ergießt. Dann sprechen wir von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps corpus intervertebralis).
Ist die Bandscheibe erst einmal gerissen, kann sie nicht wieder hergestellt werden. Bei der Operation der Wahl wird sie gänzlich entfernt und die aufeinanderfolgenden Wirbel miteinander verblockt indem sie mit Metallschäften zusammen geschraubt werden. Auch wenn es nicht möglich ist, einen Bandscheibenvorfall rückgängig zu machen, so ist es doch möglich, ihn zu vermeiden. Dies geschieht in erster Linie durch richtiges Anheben von Lasten. Das Gewicht sollte aus den Knien heraus und so nahe wie möglich an der Körperachse entlang gehoben werden. Unverzeihlich wäre es hingegen, die Last mit gestreckten Beinen, aus der Hüfte gebeugt und möglichst weit vom Körper entfernt hoch zureissen. Und unsere Bandscheiben merken sich jeden einzelnen unserer Hebefehler.
Symptome:
akute Rückenschmerzen, die in das jeweilige Nervenversorgungsgebiet ausstrahlen und sich durch Husten, Niesen oder Pressen verstärken
Sensibilitätsstörungen vom Kribbeln bis hin zu Taubheit der betroffenen Hautareale
Lähmungen u.a. der Gehmuskulatur durch nervale Unterversorgung der Fußhebermuskulatur
Therapie:
Im fortgeschrittenen Stadium hilft nur die Operation in einer neurochirurgischen Klinik, bei leichteren Fällen wird konsevativ behandelt durch Stufenbettlagerung und die Verabreichung von Schmerzmitteln