Hyperthyreose: Informationen, Therapie & Behandlung

Eine Hyperthyreose ist eine Schilddrüsenüberfunktion, d.h., dass zu viele Schilddrüsenhormone produziert werden.

Beim gesunden Menschen produziert die Schilddrüse bedarfsabhängig die zwei Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)und gibt sie ins Blut ab. Die Produktion wird durch einen Regelkreis gesteuert: Wenn genug Hormone im Blut sind, findet eine Rückmeldung statt und die Schilddrüse produziert weniger Hormone und umgekehrt. Dieser Regelkreis wird über die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert. Diese gibt der Schilddrüse mittels eines weiteren Hormons (TSH) das Signal zur Produktion. Wenn das Signal ausbleibt, produziert die Schilddrüse auch keine Hormone.

Die Krankheit tritt 4-5 mal häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Schilddrüsenhormone sind dafür zuständig den Stoffwechsel zu regulieren und, wenn sie ausgeschüttet werden, zu steigern. Außerdem wirken sie auf andere hormonproduzierende Drüsen im Körper ein und treten zum Beispiel auch mit Sexualhormonen in Wechselwirkung.

Nun kann die Überfunktion der Schilddrüse verschiedene Ursachen haben.



1. Zum einen sind Autoimmunerkrankheiten relativ häufig. Diese entstehen dadurch, dass der Körper beginnt Schilddrüsen-Antikörper zu produzieren, die dauerhaft die TSH-Rezeptoren der Schilddrüse belegen also quasi als Dauerstimulation wirken. Somit ist der normale Regelkreis außer Kraft gesetzt. Diese Form der Schilddrüsenüberfunktion nennt sich Morbus Basedow. Diese Form der Erkrankung tritt besonder gehäuft bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr auf. Diese Erkrankung bringt oft ein Struma (Kropf) oder ein diffuses Struma sowie ein Knotenstruma mit sich.

2. Auch eine Entzündung der Schilddrüse (Thyreoiditis) kann Ursache für die Überfunktion sein.

3. Des Weiteren kann die Überfunktion auch durch bösartige Knoten hervorgerufen werden, obwohl dies sehr selten der Fall ist.

4. Die Erkrankung kann auch durch eine Dysfunktion der Hirnanhangdrüse entstehen, wenn diese plötzlich vermehrt TSH produziert und so die Schilddrüse zu übermäßiger Hormonproduktion anregt.

Symptome:



  • Nervosität
  • körperliche Schwäche
  • Gewichtsverlust trotz vermehrten Essens
  • Wärmeintoleranz
  • Schlafstörungen
  • Tachykardie (schneller Herzschlag)
  • Bluthochdruck
  • Durchfall
  • Steigerung der Reflexe
  • Warme, feuchte Haut
  • Tremor
  • Desorientierung möglich (nur bei stark erhöhtem Hormonspiegel)


Bei Präsenz mehrerer solcher Symptome über einen längeren Zeitraum ist es ratsam den Arzt aufzusuchen. Der führt dann folgende Diagnostik durch:

Es wird Blut abgenommen, damit im Labor die Blutwerte der Schilddrüsenhormone bestimmt werden können. Im Falle einer Hyperthyreose ist freies T3 erhöht und TSH zu niedrig. Das liegt an der Regelkreis-Funktion. Denn wenn T3 hoch ist, versucht der Körper die weitere Produktion von Schilddrüsenhormonen zu hemmen und hört auf TSH (stimuliert die Schilddrüse) zu produzieren. T4 ist auch meistens erhöht. Wenn der Verdacht einer Autoimmunkrankheit vorliegt, dann wird auch oft nach spezifischen Antikörpern im Blut gesucht. Sind diese präsent, handelt es sich um eine autoimmune Hyperthyreose (Morbus Basedow).

Wenn ein Struma vorhanden ist, wird auch oft eine Sonographie durchgeführt. Hier kann man sehen, wie aktiv der Knoten ist, wo genau er sich befindet und wie groß er ist.

Nach der Diagnostik beginnt die Therapie. Es gibt eine konservative, medikamentöse Therapie sowie ein operative oder radiologische falls die medikamentöse Therapie nicht angschlägt.

Die Schilddrüsenmedikamente werden Thyreostatika genannt. Sie hemmen die Bildung der Schilddrüsenhormone so lange, bis eine Normalisierung der Werte erreicht ist (Euthyreose). Am häufigsten werden Carbimazol (oder Thiamazol) verschrieben, allerdings wirken diese erst nach ca. 1 Woche. Falls eine schneller Wirkung von Nöten ist, wird auch Natriumperchlorat verschrieben. Natriumperchlorat hemmt die Aufnahme von Jod in der Schilddrüse und da die Schilddrüsenhormone nur mit Hilfe von Jod gebildet werden können, hemmt dies auch die Produktion. Die medikamentöse Behandlungsdauer beträgt ca. 1 Jahr und findet unter ständiger Kontrolle der Laborparameter statt. Nach Absetzen des Medikaments kann es in ca. 50% der Fällen zu einem Wiederauftreten der Hyperthyreose kommen. Ca. 40% der Patienten erkranken 1-15 Jahre nach der ersten THerapie mit Thyreostatika erneut an einer Hyperthyreose (Rezidiv).

Um das Wiederauftreten dauerhaft zu verhindern hilft eine operative oder radiologische Therapie. Vorraussetzung für beide Behandlung ist ein euthyreotischer Status des Patienten (wird mittels der Medikamente erreicht). Die Thyreoidektomie (die operative Entfernung der Schilddrüse) ist besonder bei einem Tumor die erste Wahl, wird aber oft auch bei vielen Struma oder Knoten angewandt. Im Nachhinein ist in der Regel eine Jodtherapie nötig um ein Wiederauftreten zu verhindern, sowie eine Hormon-Substitutionstherapie um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu verhindern.
Die Radiojodtherapie führt dazu, dass die Schilddrüse funktionsuntüchtig wird, so dass sie nicht mehr zuviele Hormone produzieren kann. Die Strahlung schädigt die DNA der Zellen, was zur Einleitung des programmierten Zelltodes führt (Apoptose). Danach müssen wie bei der operativen Therapie Medikamente gegeben werden. Auf Grund der Strahlung ist diese Therapie allerdings für Schwangere und Stillende ungeeignet.

Therapien für Hyperthyreose

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  • Schilddrüsenüberfunktion

    Hallo!!1

    Wann werden die Werte der Schilddrüse besser?

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