Angststörungen: Informationen, Therapie & Behandlung

Um das Wesen einer generalisierten Angststörung verstehen zu können, gilt es zunächst einmal zu unterteilen in gesunde und nicht gesunde Angst.

Objektiv gesunde, natürliche Angst ist ein lebensnotwendiger psychischer Schutzreflex. In unserer Entwicklungsgeschichte hätten wir es ohne sie nicht bis hierher geschafft.

Zugleich ist Angst auch nur dann Angst, wenn wir sie als solche interpretieren. Die körperlichen Erscheinungen, die mit ihr verbunden sind, können auch genauso gut auf die Wirkung des Adrenalins geschoben werden, welches die auslösende Situation in uns freisetzt. Das ist es letztlich, was einen Angsthasen vom eiskalten Profi unterscheidet. Der Profi erlebt in Gefahrensituationen exakt die selben Gefühle wie der Angsthase. Er interpretiert diese Empfindungen jedoch nicht als Angst, sondern lediglich als angemessene psychische Erregungslage, die es ihm erlaubt, die Situation zu beherrschen und zu überstehen.

Bei einer krankhaften Angststörung hingegen zwingt die Angst den Betroffenen zu mehr oder weniger sinnlosem Handeln, auch wenn dieses zunächst nicht so empfunden wird. So ist es im Grunde genommen völliger Unsinn, wegen einer kleinen Maus auf den Küchentisch zu flüchten. Und das ist auch rational begründbar. So stellt eine Maus weder eine Gefährdung solchen Ausmaßes dar, als dass eine Flucht auf den Tisch dadurch gerechtfertigt würde, noch garantiert der Sprung auf den Tisch tatsächlich eine zuverlässige Abwendung der vermeintlichen Gefahr. Die Maus kann nämlich so gut klettern, dass sie, wenn sie das wollte, schneller auf dem Tisch wäre als jeder Mensch.

Problematisch wird Angst dann, wenn daraus ein Vermeidungsverhalten der angstauslösenden Situationen resultiert, das so massiv ist, dass es unsere Lebensqualität deutlich einschränkt. Dies kann bis hin zu einer Erwartungsangst führen, bei der wir uns im Grunde mehr vor der zu erwartenden Angst ängstigen, als vor deren Auslöser selbt.

Bezogen auf unser Beispiel hieße das also, das wir unsere Küche am besten gar nicht mehr betreten und lieber mit hungrigem Magen ins Bett gehen, als das Risiko einzugehen, unserer Maus erneut zu begegnen. Die Unsinnigkeit dieses Handels wird dabei nicht als solche empfunden. Vielmehr empfinden wir dieses Vermeidungsverhalten als Pluspunkt in unserem Leben. Schließlich fühlen wir uns jetzt doch um einiges sicherer vor der Maus. Und mit dem knurrenden Magen arrangieren wir uns schon irgendwie. Das eigentliche Problem ist daher eigentlich nicht die Angst selbst, sondern die Fehlreaktion darauf, die jedesmal einen Verlußt an Lebensqualtät und Lebensfreude nach sich zieht.

Therapie:

In der Psychotherapie gibt es unterschiedliche Ansätze, um phobischen wie auch neurotischen Angststörungen zu begegnen. Zum einen werden unterschiedliche Entspannungstechniken gelehrt, zum anderen wird die Konfrontation mit dem angstauslösenden Moment ganz bewußt arrangiert um so über einen Lernprozess diesen neu einschätzen zu können. Auf unsere Maus bezogen hieße das: Zuerst betrachtet der Patient aus größerer Entfernung das Photo einer Maus, im nächsten Schritt kommt vielleicht schon mal ein paar Schritte näher heran. Ein paar Schritte weiter berührt er eventuell schon einmal eine tote Maus, die ihm nichts tun kann und erst beim letzten Schritt läßt er eine lebende Maus über seine Hand laufen und stellt dabei fest, dass diese in Wirklichkeit ja eigentlich ganz süß ist und bei weitem nicht so gefährlich, wie er ständig dachte.

Therapien für Angststörungen

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Verhaltenstherapie

Mit Verhaltenstherapie wird ein ganzes Spektrum von Formen der Psychotherapie bezeichnet. Allen Formen ist ...

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