Trigeminusneuralgie: Informationen, Therapie & Behandlung

Die Trigeminusneuralgie zeichnet sich durch anfallartige, meist einseitig auftretende Schmerzen im Versorgungsgebiet des Trigeminus-Nervs aus - also im Bereich der Lippen, Zunge, Wangen und der Kaumuskulatur. Der Trigeminus-Nerv übermittelt normalerweise Empfindungen im Bereich des Gesichts direkt an das Gehirn und wird darum zu den 12 Hirnnerven gezählt. Meist erkrankt er an seinem Austrittsgebiet aus dem Hirnstamm, weil er dort durch irgendeine Ursache komprimiert wird. Dadurch kommt es zu spontanen Entladungen des Nervs, die Schmerzen verursachen. Diese Erkrankung tritt eher selten auf, allerdings häufiger bei Frauen und bei Patienten mit multipler Sklerose.

Es gibt zwei verschiedene Forme der Trigeminusneuralgie, die idiopathische oder essentielle Trigeminusneuralgie und die symptomatische Trigeminusneuralgie. Die Formen unterscheiden sich in der Symptomatik, der Ursache und der Behandlung.

Ursachen der essentiellen Form

Diese Form tritt am häufigsten bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr auf und es gibt keine Grunderkrankung, die den Nerv reizt. Aus diesem Grund kann man nur Vermutungen über die Ursache anstellen, allerdings sind die häufigsten Ursachen:
-direkter Kontakt des Nervs mit einer Arterie, die das Hirn versorgt
-Reizung des Nervs durch mikroskopisch kleine Blutgefäße, die ihn berühren
-die Verarbeitung von sensorischen Empfindungen der Gesichtshaut im Gehirn ist gestört

Symptome der essentiellen Form

Kennzeichnend sind vor allem:
-spontan auftretende, sekundenlange Schmerzattacken unterbrochen durch schmerzfreie Perioden
-Auslösung durch verschiedene Reize (Kälte, Hitze, Sprechen, Niesen, Berühren bestimmter Areale)
-Zucken der Gesichtsmuskulatur (Tic douloureux)
-Dauerschmerz nach einiger Zeit auch zwischen den Attacken
-Rötung des Gesichts
-Tränen- und Schweißsekretion

Therapie der essentiellen Form

Hier wird meist eine konservative Therapie eingesetzt. Meist werden Antiepileptika (mit Verdacht auf Verarbeitungsstörung im Gehirn) wie Carbamazepin oder Gabapentin benutzt. Auch Analgetika (also Schmerzmittel) und Psychopharmaka werden benutzt. Diese Medikamente dienen vor allem der Vorbeugung vor neuen Schmerzattacken. In einer akuten Situation wird meist Phenytoin intravenös gegeben, was allerdings nur im Krankenhaus möglich ist. Es ist wichtig die Schmerzen in den Griff zu bekommen, denn Neuralgieschmerzen gehören zu den stärksten Schmerzen überhaupt.

Ursachen der symptomatischen Form

Diese Form tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf, da die Ursache meist eine der folgenden Grunderkrankung ist:
-Erkrankung der Augen (z.B. Glaukom)
-Entzündung der Zähne
-Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
-Stoffwechselkrankheiten
-Multiple Sklerose
-Vergiftungen
-mechaneische Schädigung des Nervs durch einen Knochenbruch
-Kompression
-Hirntumore
-Schlaganfälle
-Gefäßmissbildungen im Bereich des Hirnstamms

Symptome der symptomatischen Form

Kennzeichnend sind:
-Schmerzanfälle wie bei der essentiellen Form, allerdings können sie auch beidseitig auftreten
-Dauerschmerz nach Abklingen der Anfälle (von Anfang an)
-Sensibilitätsstörungen bzw. neurologische Ausfälle
-Zucken der Gesichtsmuskulatur (Tic douloureux)
-Rötung des Gesichts
-Tränen- und Schweißsekretion

Therapie der symptomatischen Form

Hier ist eine Operation oftmals die beste Möglichkeit, besonders wenn die konservative Therapie (s.o.) nicht anschlägt. Dabei wird der Schädelknochen am Hinterkopf geöffnet und der Chirurg befreit den Nerv an seiner Austrittsstelle aus dem Gehirn von beengenden Gefäßen. Zwischen die Arterien und den Nerv legt er dann ein Kunststoffschwämmchen um zu verhindern, dass die Arterien wieder Druck auf den Nerv ausüben. Die Gefahren bei solch einer Operation sind Blutungen sowie Verletzungen des Kleinhirns.
Alternativ wird auch eine perkutane Thermokoagulation durchgeführt. Dabei schiebt der Arzt eine Sonde durch die Haut zu einer Ansammlung von Nervenzellkörpern des Trigeminus und zerstört dort gezielt die Schmerzfasern mittels Hitze.
Auch eine Akupunkturbehandlung kann Abhilfe verschaffen, sollte allerdings nicht während eines Anfalls angewandt werden.
Seit Neuestem gibt es auch eine radiochirurgische Behandlung bei der mit einem sogenannten Gamma-Knife (knife = Messer) der Nerv nah am Hirnstamm mit einer einmaligen Strahlendosis beschossen wird. Allerdings tritt die Wirkung hier erst nach einigen Wochen ein, dafür ist die Behandlung weniger invasiv als eine OP.

Therapien für Trigeminusneuralgie

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  • Trigenimusneuralgie

    Ich leide seit ca 2 Jahren darunter und nehme nur Medikamente dagegen leider ist mir auch keine Therapie bekannt.

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