Knochenbruch: Informationen, Therapie & Behandlung

Knochenbrüche lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen.
Zum einen die Fissur, bei der ein dünner Bruchspalt im Knochen entsteht, ohne dass dieser jedoch vollständig in seinem Verlauf unterbrochen ist,
zum anderen in die Fraktur, bei welcher der Knochenverlauf unter Bildung von mindestens zwei Bruchstücken vollständig unterbrochen ist.
Frakturen wiederum werden unterteilt in:

traumatische Fraktur, hier bricht der Knochen durch direkte Gewalteinwirkung von außen, oder
Spontanfraktur, hierbei bricht der Knochen ohne direkte Gewalteinwirkung von außen. Dies geschieht entweder als Folge einer unnatürlichen Dauerbelastung (Ermüdungsfraktur) z.B. bei der Marschfraktur, bei der 2. und 3. Mittelfußknochen als Folge langer Fußmärsche bricht, oder als
pathologische Fraktur. Hier bricht der Knochen infolge krankhafter Veränderungen (z.B. Osteoporose).

Die Frakturen wiederum lassen sich ihrem Verlauf entsprechend einteilen in die:
Querfraktur, die einfach einmal quer durch den Knochen hindurch verläuft,
Schrägfraktur, bei der die Bruchlinie diagonal durch den Knochen hindurch verläuft, sowie in den Defektbruch. Hier geht durch den Bruch Knochensubstanz verloren.

Je nach Häufigkeit der Bruchverläufe unterscheidet man zudem in einen einfachen Bruch, wenn der Knochen an nur einer Stelle glatt durchgebrochen ist,
den Mehrfragmentbruch, wenn zwischen drei und sechs Bruchfragmente vorhanden sind, sowie
den Trümmerbruch, wenn mehr als sechs Bruchfragmente vorliegen.

Ist die Haut über dem Bruch unverletzt, so spricht man zudem von einem geschlossenen Bruch im Gegensatz zum offenen Bruch, bei dem sich Knochenspitzen durch die Haut hindurch bohren.

Um einen Knochenbruch als solchen sicher von anderen Verletzungen unterscheiden zu können, stehen zudem eine Reihe von sicheren Frakturzeichen zur Verfügung.
Eine erkennbare Fehlstellung durch Verschiebung der Bruchkanten,
abnorme Beweglichkeit oder Positionierung,
sowie eine sichtbare Fraktur, die dem offenen Bruch entspricht.

Ein Knochenbruch kann zu hohem Blutverlußt führen. So können bei einem Bruch des Oberschenkelknochens bis zu zwei Liter Blut verloren gehen, bei einem Beckenbruch sogar bis zu vier Liter.

Therapie:

Je fugenloser die Bruchflächen aneinander anliegen, desto problemloser heilt der Bruch ab. Ebenfalls wichtig ist die Ruhigstellung (Fixierung) des Bruches, damit sich die Bruchkanten nicht gegenläufig zu einander bewegen können.
Ist ein fugenloses Aneinanderfügen der Bruchflächen nicht möglich, so kommt es zur Bildung eines Kallus', eines bindegewebigen, knorpelartigen Überschußgewebes, das im Verlauf der darauffolgenden Monate zusehends verknöchert und anschließend über mehrere Jahre hinweg langsam wieder abgebaut wird.

Seit der Chirug August Bier Anfang des vergangenen Jahrhunderts beobachtet hatte, dass Brüche schneller heilen, wenn sich in ihrer Nähe ein Bluterguß befindet, werden zudem mit Erfolg Injektionen mit Eigenblut möglichst nahe bei der Bruchstelle verwendet, um die Heilung anzuregen.

Bewährt hat sich auch calziumreiche Kost wie Getreide, grünes Gemüse, Fisch und Getreidesprossen.

Ein geschlossener Bruch kann zudem durch Einreibungen mit Beinwellsalbe (Kyttasalbe) zur Heilung angeregt werden, wenn keine Überempfindlichkeit gegen deren Inhaltsstoffe besteht.

Ebenfalls als hilfreich bewährt haben sich Umschläge und Wickel mit Retterspitz äußerlich, der vorher jedoch im Verhältnis 1:1 bis 1:5 mit Wasser verdünnt werden sollte, um die Haut nicht zu reizen






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