Keppra
ich nehme auch die Keppra und bin damit sehr zufrieden. Wurde im Krankenhaus mit Keppra 1000mg eingestellt und hoffe das es auch so bleibt. LG Rena40
Unter Epilepsie (auch: Fallsucht, Krampfleiden, hirnorganischen Anfallsleiden) versteht man das wiederholte Auftreten von Krampfanfällen, die ursächlich vom Gehirn ausgehen. Man unterscheidet zwischen der genuinen Epilepsie, die scheinbar ohne erkennbaren Grund auftritt und der symptomatischen Epilepsie, die nachweisbar auf eine Hirnschädigung zurückgeführt werden kann.
Die Hirnschädigungen können auftreten infolge
einer Verletzung (Schädel- Hirn- Trauma),
Tumoren des Gehirns,
Missbildungen von Hirngefäßen,
Schlaganfall mit Einblutungen ins Gehirn,
Infektionen des Gehirn (Meningitis, Enzephalitis, Meningoenzephalitis),
reduzierte Sauerstoffversorgung des Gehirns,
Vergiftungen
Auslösende Faktoren für die Krampfanfälle sind unter anderem Schlafentzug, Alkoholentzug, aber auch Alkohol in größeren Mengen, sowie flackernde Lichtreize wie Bildschirme oder das Stroboskop aus der Diskothek.
Symptome:
Die Symptomatik orientiert sich an der jeweiligen Art des Anfalls. Der Anfall kündigt sich oft durch eine so genannte Aura an, in welcher die Patienten bestimmten Sinneswahrnehmungen (Geschmack, Geruch, Lichtblitze) ausgesetzt sind. Dann beginnt der Anfall.
Die klassische Art des Anfalls ist die Grand mal Epilepsie. Sie beginnt in der Regel mit einem Initialschrei, gefolgt von tonischen Phase, bei der die Extremitäten steif ausgestreckt sind. Zugleich öffnet und schließt sich der Mund ruckartig, was die Gefahr eines Zungenbisses erhöht.
Der Atem kommt zum Stillstand, nicht selten läuft der Patient in dieser Anfallsphase durch den Sauerstoffmangel blau an, seine Pupillen sind geweitet und lichtstarr.
Nur wenige Sekunden später erfolgt als Zweites die klonische Phase des Anfalls. Diese geht einher mit Zuckungen zumeist am ganzen Körper, nicht selten mit unkontrolliertem Abgang von Harn und Kot. Oft hat der Patient Schaum vor dem Mund. Nach wenigen Minuten kommt es zu einer längeren Schlafphase (Terminalschlaf), in welcher der Patient Erholung findet. Oftmals erinnert sich der Patient anschließend nicht mehr an den Anfall.
Eine weitere Form der Epilepsie sind die sogenannten Absenzen (Abwesenheiten), bei denen der Patient nur für wenige Sekunden bis Minuten weg tritt, ohne jedoch das Bewußtsein zu verlieren.
Nicht selten wird das Ereignis begleitet durch Finger- oder Mundbewegungen. Oftmals sind Kinder davon betroffen.
Lassen sich die Anfälle auf konkrete Veränderungen des Gehirns zurückführen, spricht man von fokalen Anfällen (auch: fokal motorische Anfälle, sensible, somatosensorische Anfälle). Ihr Bild zeichnet sich aus durch Zuckungen und Veränderungen in der Gefühlswahrnehmung der Hautbereiche, die von dem betroffenen Gehirnareal versorgt werden. Dies äußert sich durch ein pelziges Gefühl oder Ameisenkribbeln (Parästhesien). Dabei sind die Patienten ständig bei vollem Bewußtsein und können sich daher im Nachhinein auch an den Anfall erinnern.
Bei der Jackson-Epilepsie wiederum wandert der Krampfanfall von aussen nach innen. Er beginnt z.B. mit Zuckungen eines Fingers, wandert von dort zur Hand, anschließend setzten sich die Zuckungen am Arm fort, bis sie schließlich den Rumpf erreichen und dort in einen halbseitigen- oder auch ganzkörperlichen Anfall münden.
Ebenfalls zu erwähnen wäre die psychomotorische Epilepsie (auch: Schläfenlappenepilepsie, Dämmerattackenepilepsie). Im Anschluß an eine aurischen Sinneswahrnehmung Geschmack, Geruch, Gefühl) setzt eine Trübung der Wahrnehmung der Patienten ein, die über Sekunden bis Tage anhält. Bei Sekundenphänomenen setzen die Betroffenen ihre Handlungen (z.B. Essen, Ankleiden oder Stricken) automatisch weiterhin fort, ohne sich dessen bewusst zu sein oder sich im Anschluss daran zu erinnern. In extremen Fällen kann der Anfall sich über Tage hinweg hinziehen.
Therapie:
Ein einzelner Anfall bedarf in der Regel keiner therapeutischen Behandlung. Vielmehr klingt er zumeist schnell von selbst wieder ab. Bei wiederholtem Auftreten wird die Gabe von Krampfhemmern (auch: Antiepileptika, Antikonvulsiva) notwendig. Diese muß oftmals ein Leben lang durch geführt werden.
Kann die Ursache auf eine organische Veränderung (z.B. Hirntumor) zurückgeführt werden, steht die operative Beseitigung dieser Veränderung im Vordergrund. Ist dies nicht möglich, erfolgt als nächstes der Versuch, mittels spezieller Medikamente eine dauerhafte Anfallsfreiheit zu erreichen.
Verhaltensregeln für Epileptiker:
Epileptiker sollten auslösende Faktoren so gut als möglich meiden. Dazu gehören Schlafentzug, Schichtarbeit, Bildschirmarbeit, häufiges Fernsehen und Alkohol im Übermaß.
Auch sollten betroffene Menschen auf Berufe verzichten, die, im Anfall, mit einer Eigen- oder Fremdgefährung einhergehen. Also Arbeiten wie Dachdecker und Schornsteinfeger, Busfahrer, Taxichauffeur oder Pilot sollten nach Möglichkeit von Epileptikern gemieden werden. Auch Sportarten wie Schwimmsport oder Bergsteigen können Risiken bergen.
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Facharzt für Neurologie
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Dr. med. Dipl.-Soz. Päd. Stefan Hoppe
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut, Sozialmedizin
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