Alexithymie: Informationen, Therapie & Behandlung

Alexithymie (Gefühlsblindheit)

bedeutet - nach John C. Nemiah und Peter E. Sifneos, die den Begriff 1973 maßgeblich prägten - die Unfähigkeit, Gefühle hinreichend wahrnehmen und beschreiben zu können.

Unter dem Begriff der Alexithymie versteht man die Schwierigkeit eines Individuums, Emotionen adäquat bei sich wahrzunehmen, Affektqualitäten (besondere Qualität von Gemütsbewegung) zu unterscheiden und diese schließlich sprachlich zu symbolisieren, ihnen Ausdruck zu verleihen. Alexithymie ist keine Diagnose im Sinne der Diagnosemanuale ICD-10 oder DSM-IV. Es ist vielmehr als dimensionales Konstrukt zu verstehen.

Zur Ätiologie (die Lehre von den Ursachen) werden insbesondere drei Hypothesen diskutiert:

  • Alexithymie als neuropsychologisches Defizit der Gemütsregulierung
  • Alexithymie als Symbolisierungsstörung der sprachlichen Sozialisierung bedeutet die Unfähigkeit im sozialen Umfeld Gemütszustände bei anderen erkennen zu können bzw. die Gemütszustände (eigene und die der anderen) nicht in Worte packen zu können.

In Deutschland liegt die Betroffenenrate bei 10,2 %. 75% davon sind Männer. Man geht davon aus, das die Ursache der meisten Betroffenen im Babyalter bis zum 3. lebensjahr zu finden ist. In dieser Zeit orientiert sich das Baby ausschließlich über das Gesicht und die Stimmlage der Mutter. Zum Beispiel: Das Baby schreit. Die Mutter kommt, macht ein besorgtes Gesicht und versucht mit der Stimme das Baby zu beruhigen. Ihre gesamte Gestik ist darauf ausgerichtet die Ursache für das schreien des Kindes zu finden. Das Baby erfährt auf seine Aktion, alleine über die emotionalen Reaktion der Mutter Fürsorge für sich selbst. Im Gehirn des Babys werden nun durch diesen konstanten Prozess bestimmte Bereiche aktiviert und permanent geschult. Ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestört werden diese Bereiche im Gehirn nicht aktiviert und können auch nach dem 3. Lebensjahr nicht mehr aktiviert werden. Der heranwachsende Mensch hat sein ganzes Leben Probleme seine eigenen Gemütszustände zu erklären und die Emotionen von anderen Personen lesen und interpretieren zu können.

Es gibt daneben noch eine kurzfristige Alexithymie. Man stellte fest, dass Personen, die in Krieggebieten waren über eine befristete Gefühlsblindheit litten. Dies wurde darauf zurückgeführt, das sich das menschliche Gehirn selbst schützt, indem es sich bei erschreckenden Schockzuständen abschaltet, der Mensch sich danach nicht mehr erinnern kann, oder nur noch die Notsysteme laufen lässt. Da das menschliche Verhalten stark an Emotionen gekoppelt ist und dieses dann ausgeschaltet wird, tritt eine befristetet Gefühlsblindheit auf, die sich von alleine wieder reguliert.

Es gibt drei unterschiedliche Stufen, an dem man die Betroffenheit messen kann. Anhand von einem 26-seitigen Fragebogen, dem TAS 26 (Toronot-Alexithymie-System) kann die Betroffenheit festgestellt werden.

Symptome

  • Leichte Betroffenheit: Die Person kann nur sehr schlecht mit den eigenen und den Gefühlen von anderen umgehen.
  • Mittlere Betroffenheit: Die betroffene Person kann weder seine eigenen Gefühle noch die der anderen in den Gesichtern ablesen und dementsprechend nicht darauf reagieren bzw. haben starke Probleme das Verhalten der Mitmenschen zu verstehen. Allgemein nehmen sie aber noch am gesellschaftlichen Leben teil, sind in der Gesellschaft eher die Komiker, im alltäglichen Leben eher introvetiert. Sie haben ihr Leben klar strukturiert, hassen Abweichungen, können sich an Träume nicht erinnern, und ihr Kurzzeitgedächtnis ist sehr schlecht. Ab dem 40-45 Lebensjahr stellen sich psychosomatische Erkrankungen ein, wie Gicht, Rheuma, Arthrosen, übermässige Rückenschmerzen ect. Sie haben mehrere gescheiterte Liebesbeziehungen hinter sich und halten sich selbst für beziehungsunfähig. Zu ihren eigenen Kindern haben sie keine oder nur eine schlechte Beziehung. Äußerlich sind sie an ihrem steifen Gang leicht zu erkennen. Beruflich sind sie eher erfolgreich, da klar struktiert und zuverlässig. Im Betriebsmanagement sind sie sehr beliebt, da sie (gefühlskalt) allen Anweisungen folgen. Sie sind konstant frustiert, sehen keinen Sinn im Leben und gehen im sportlichen Sinne sehr risikobereit, gehen also gerne an ihre Grenzen.
  • Schwere Betroffenheit: Es ist die Weiterführung der zuvor beschriebenen Symptome, jedoch mit dem Zusatz, das diese Menschen übermässige psychosomatische Erkrankungen haben und deshalb nicht mehr arbeitsfähig sind. In dessen Folge ziehen sie sich immer mehr zurück, nehmen kaum noch am gesellschaftlichen Leben teil und sind stark selbstmordgefährdet. Enge zwischenmenschliche Beziehungen halten sie für Unsinn. Sie leben lieber alleine.



Es gibt in Deutschland keine eingetragene Selbsthilfegruppe. Es ist geplant Mitte 2009 eine offizielle Gruppe zu gründen.

(Quelle: Wikipedia)

Therapien für Alexithymie

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  • was ist das? Crano Scalare

    Leider gibts bei Wiki keine Info darüber.
    Bin selbst betroffen, erkannt und m.M. mittelschwer betroffen.

  • Alexithymie Selbsthilfegruppe

    Hier bei imedo gibt es eine Gruppe. Unter nachfolgenden Link gelangt ihr sofort dahin.

    http://www.imedo.de/group/overview/index/1269-gefuehlsblindheit-alexithymie

    LG Winnoha

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