Schmerztherapie: Therapie und Behandlung | imedo.de

Eine Schmerztherapie dient der Behandlung von körperlichen Schmerzzuständen. Vor der Einleitung einer solchen Behandlung muss daher stets nach der Ursache der Schmerzen gesucht werden mit dem Ziel, die dem Schmerz zugrunde liegende Krankheit zu heilen. Ist dies nicht mehr möglich, so gilt es, durch entsprechende Maßnahmen eine Linderung der Schmerzen herbeizuführen. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, mittels derer sich Schmerzen auch ohne den Einsatz von Schmerzmitteln (Analgetika) lindern lassen.

schmerzlindernde Faktoren:

  • Zuwendung und Verständnis durch nahe stehende Menschen
  • Selbststimmung
  • Hoffnung
  • Freude und
  • Ablenkung von den Schmerzen


allgemeine Maßnahmen zum Schmerzmanagement:

  • ein Schmerztagebuch anlegen um schmerzauslösende Faktoren besser identifizieren zu können
  • Information über sinnvolle Vermeidungsstrategien, z.B. schmerzauslösende Schonhaltungen
  • Hinweis auf Maßnahmen zur Selbstbehandlung der Schmerzen durch den Patienten
  • Hilfsmittel zur Alltagsbewältigung wie Haltegriffe im Bad, Einsteigehilfen in die Badewanne, erhöhte Toilettensitze, spezielles Essbesteck für Arthritispatienten etc.
  • Motivation zu Selbstbewußtsein und Selbstakzeptanz
  • ggf. Psychotherapie oder psychosoziale Betreuung, Umschulungsberatung und Versorgung durch häusliche ambulante Pflegedienste


Gefahren der Schmerzvermeidung:

  • Verdrängung von unangenehmen Wahrheiten führt nicht selten zur Verdrängung von Schmerzwahrnehmung, oft werden Tumoren dadurch zu spät wahrgenommen und entdeckt
  • Ältere Patienten haben oft schon so viel erlebt und ertragen, dass sie um Schmerzen oft kein Aufhebens machen und sich dadurch möglicherweise selbst gefährden


Faktoren, die die Schmerzwahrnehmung erhöhen:

  • Angst
  • Einsamkeit
  • Sorgen
  • Depression
  • Schmerz als Schulderlebnis
  • unverstandene Schmerzen, die schicksalhaft über Patienten hereinbrechen
  • fehlende Ablenkung


Schmerzmittel (auch: Analgetika) werden, entsprechend ihrer Wirkungsweise, unterteilt in Nicht- Opoid- Analgetika sowie Opoid- Analgetika.

Nicht- Opoid- Analgetika (auch: Nicht- Opioide, kleine Analgetika) hier: Prostaglandisynthesehemmer:

  • Azetylsalizylsäure (Rp Aspirin®, Ass- Ratiopharm®)
  • Anwendungsgebiete:
  • Zahn- Kopf- und Gliederschmerzen
  • beginnende Tumorschmerzen
  • entzündliche Erkrankungen (insbes. rheumatische Beschwerden)
  • Fieber


Nebenwirkungen:

  • Magen- Darm- beschwerden bis hin zur Bildung von Geschwüren
  • allergische Veränderungen des Blutbildes
  • allergische Veränderungen der Haut
  • Asthmaanfälle
  • Verzögerung der Blutgerinnung


Gegenanzeigen
: ASS darf nicht angewandt werden bei

  • Geschwüren von Magen und Zwölffingerdarm
  • Asthma bronchiale
  • Blutgerinnungsstörungen
  • vorpubertäre Kinder
  • Schwangerschaft


Paracetamol (Rp ben-u-ron®) A C H T U N G, nicht für suizidgefährdete Patienten geeignet, da ab 10 g eine suizidtaugliche Dosierung erreicht ist.
Anwendungsgebiete:

  • in der Schmerztherapie wie bei Azetylsalizylsäure
  • Fieber
  • Schmerzen des Mittel- und Aussenohrs


Nebenwirkungen:

  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Allergien
  • bei Überdosierung schwere bis irreversible Schäden an Leber und Nieren


Gegenanzeigen:

  • Funktionsstörungen von Leber und Nieren
  • Suizidneigung


Weitere Nicht- Opoid- Analgetika:

  • Diclofenac ( Rp. Voltaren®)
  • Ibuprofen ( Rp. Aktren®)
  • Metamizol (Rp. Novalgin®)


Die Molekularstruktur von Opoiden orientiert sich an der des Schlafmohns (Papaver somniferum). Dessen wichtigster Wirkstoff, das Morphin, wird heutzutage größtenteils synthetisch bzw. halbsynthetisch hergestellt. Opoid- Analgetika werden untertrennt in schwache und starke Opoide.

schwache Opoide:

  • Codein
  • Pethidin
  • Piritramid
  • Tilidin- Naloxon
  • Tramadol


starke Opoide:

  • Morphin
  • Buprenorphin


Die Wirkungen und Nebenwirkungen von schwachen und starken Opoiden sind im wesentlichen gleichartig.
erwünschte Wirkungen:

  • starke Schmerzstillung (Analgesie)
  • Beruhigung (Sedierung)
  • Hemmung des Hustenreflexes


unerwünschte Nebenwirkungen:

  • Hemmung des Atemzentrums (bis hin zur Erstickungsgefahr bei Überdosierung)
  • Brechreiz (durch Reizung des Brechzentrums im Stammhirn)
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Harnverhalt (Dysurie )
  • Stimmungsschwankungen von Euphorie bis hin zu unklaren Angstzuständen
  • Juckreiz (durch die Freisetzung von Histamin)
  • Toleranzentwicklung
  • körperliche und psychische Abhängigkeit bis hin zur Sucht


Systemische medikamentöse Schmerztherapie mit Co- Analgetika nicht opoider Natur, zur Unterstützung der Therapie mit Opoid- und Nicht-Opoider Analgtika

Psychopharmaka:

  • Antidepressiva wie Amitriptylin mildern insbesonders Kopf- und Nervenschmerzen
  • Neuroleptika wie Haloperidol sind hilfreich bei fast allen Schmerzzuständen und reduzieren zudem den Brechreiz infolge der Einnahme von Opoidanalgetika
  • Benzodiazepine wie Diazepan entspannen die Muskeln und sind daher bei Muskelschmerzen angezeigt
  • Gluccokortikoide wie Kortison helfen bei Gewebeschwellungen und Tumorschmerzen sowie bei entzündlichen Prozessen aus dem rheumatischen Formenkreis


Ebenfalls möglich ist die naturheilkundliche Therapie von Schmerzzuständen. Diese kann jedoch bei starken Schmerzzuständen die schulmedizinische Behandlung nicht ersetzten.

Schröpfen und Baunscheidtieren beeinflusst günstig

  • schmerzverursachende degenerative Veränderungen wie Osteoporose, Schulter- Arm- Syndrom, Morbus Bechterew, Kopfschmerzen, die durch Wirbelfehlstellungen (vertebragen) verursacht werden.


homöopathische Komplexmittel enthalten häufig:

  • Gelsemium (Rp. Cefanalgin®) bei Lähmungserscheinungen (Paresen) und nervöser Stimmungslage
  • Aconitum bei plötzlich einschießenden heftigen Schmerzen


pflanzenheilkundliche (phytotherapeutische) Präparate enthalten oft:

  • Silberweide (Salix alba) z.B. in Aspirin®
  • Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)
  • Pestwurz (Petasitides Radix) z.B. in Rp Petadolex® und Phytodolor®


zur äußerlichen Anwendung (Einreibung)

  • Johanniskrautöl (Hypericum perforatum)


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Tascha84

Schmerztherapie gegen chronische Schmerzen

Etwas hilfreich
annatoll123s Bild
annatoll123

Schmerztherapie gegen Schmerzen

Etwas hilfreich

JuSche

Schmerztherapie gegen Morbus Bechterew

Funktioniert

jogger

Schmerztherapie gegen Schmerzen

Entspannung nach "Jacobsen" hat nach 6 x Sitzungen beim Schmerztherapeuthen gut gewirkt!6 x KG plus Rückentraining bei VHS war auch gut.

Funktioniert

echedey

Schmerztherapie gegen Schmerzen

noch Keine

Zu früh, um etwas zu sagen
Binemauss Bild
Binemaus

Schmerztherapie gegen Chronische Polyarthritis

Habe noch so gut wie keine Erfahrung damit, da relativ frisch

Zu früh, um etwas zu sagen

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