Ginkgo: Therapie und Behandlung | imedo.de

Die Verwendung der Blätter als Heilmittel ist bereits in der Sammlung Shen nung pen Ts'ao king belegt, die zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. entstanden sein soll. Li Shi-chen verfasste 1595 das umfangreiche, 52 Bände große Ben Cao Gan Mu, in dem die Heilkräfte des Ginkgo bereits detailliert festgehalten wurden. Ginkgoblätter dienten schon im Mittelalter zur Behandlung von Asthma, Bronchitis, Erfrierungen, Gonorrhoe, Hautkrankheiten, Husten, Magenleiden, Tuberkulose und Unruhezuständen und wurden als Heiltee und Wundpflaster verwendet.

In der heutigen Heilkunde wird dem Ginkgo (Samen und Extrakte aus Blättern) vornehmlich eine durchblutungsfördernde Wirkung zugesprochen. Pflanzenteile oder Extrakte werden daher zum Zwecke einer mentalen Leistungssteigerung durch eine mutmaßlich verbesserte Durchblutung des Gehirns eingenommen. Wegen der angenommenen durchblutungsfördernden Wirkung sowie der antioxidativen und neuroprotektiven Eigenschaften von Ginkgo biloba werden Extrakte dieser Pflanze mitunter auch zur begleitenden Behandlung eines Glaukoms eingesetzt. Zur Wirksamkeit als Schutz vor Arteriosklerose werden darüber hinaus medizinische Studien mit Ginkgo-Extrakt durchgeführt. Allein in den USA beläuft sich der Umsatz dieses beliebten Naturpräparats auf über 300 Millionen Euro jährlich (Quelle: New Scientist).

Grund für die möglicherweise positive Wirkung einiger Ginkgo Präparate auf den menschlichen Stoffwechsel ist vermutlich die hohe Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden in den verwendeten Materialien. Letztere sind in spezieller Form (Ginkgolide und Bilobalid) nur im Ginkgo zu finden. Diese Stoffe sind zum Teil so komplex, dass es noch nicht gelungen ist, sie in vollem Umfang synthetisch herzustellen. Aus diesem Grund wurden Ginkgo-Plantagen (hauptsächlich in den USA) angelegt.

Es gibt einige wissenschaftliche Studien, die auf die Wirksamkeit von Ginkgo-Extrakten bei Demenz hindeuten. Die WHO International Working Group for Drug Statistics Methodology erstellte für den internationalen ATC-Code (anatomical-, therapeutic-, chemical-classification) für Arzneimittel erstmalig eine Gruppe Antidementiva. In dieser neuen Gruppe Anti-dementia drugs ist mit dem Code N06D Ginkgo biloba gelistet. Der Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zur Wirksamkeit des Mittels gegen Demenz konnte Hinweise auf einen Nutzen im Vergleich zur Placebobehandlung bezüglich der Besserung von Beeinträchtigungen der Aktivitäten des täglichen Lebens erkennen. Dieser Effekt wird als gering bezeichnet und wurde in zwei älteren Studien festgestellt. Hingegen sei eine neuere Untersuchung, die im Bericht als methodisch einwandfrei bezeichnet wird, nicht in der Lage gewesen, diese Resultate zu reproduzieren. Für andere patientenrelevante Therapieziele konnten darüber hinaus keine Hinweise auf eine positive oder negative Beeinflussung durch Ginkgo erkannt werden. [7]

Ebenfalls umstritten ist der Einsatz von Ginkgo-Präparaten bei den Indikationen Tinnitus und Hörsturz.[8][9]

Darüber hinaus sind bei der Anwendung mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu berücksichtigen.

Krankheiten, bei denen Ginkgo eingesetzt wird

Keine Krankheiten gefunden.

Therapiebewertung

Keine Bewertungen gefunden.