Angst vor dem Zahnarzt? Wie die Lachgasbehandlung Angstpatienten hilft

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Eine repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach von 2014 zeigt, dass jeder 12. Erwachsene in Deutschland große Angst vor dem Zahnarztbesuch hat.

Die Furcht vor der Zahnbehandlung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und führt mitunter zu einer regelrechten Zahnarztphobie. Desolate Gebissverhältnisse sind die Folge. In den meisten Fällen hat die Panik vor dem Zahnarztbesuch ihre Ursache in einer traumatischen Erfahrung, die oft in frühester Kindheit gemacht wurde. Andere Gründe für die Zahnarztangst sind mangelndes Vertrauen in den Behandler oder ein ausgeprägtes Schamgefühl, weil die Gebissschäden immer weiter zu nehmen.

Ein Zahnarzt, der sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert hat, ist Dieter Einhoff aus Stromberg. „Die Behandlung solcher Patienten erfordert sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen. Eine  normale Behandlung ist daher bei den meisten Angstpatienten nicht möglich.“, weiß Dieter Einhoff.

In diesen Fällen bieten sich folgende Sedierungsverfahren an:

- die medikamentöse Sedierung mittels Beruhigungstabletten

- die Lachgassedierung

Wie funktioniert eine Zahnbehandlung mit Lachgas?

Lachgas bzw. Distickstoffmonoxid wurde vor ca. 150 Jahren erstmals in der Zahnmedizin angewandt. Da das geruchslose Gas stimmungsaufhellend wirkte, bekam es den Namen "Lachgas".

Bei der Behandlung wird das Gas über eine Nasenmaske inhaliert. Voraussetzung ist also eine normal funktionierende Nasenatmung. Der Patient atmet zunächst reinen Sauerstoff ein. Nach und nach wird der Anteil des Lachgases erhöht. Die Wirkung tritt nach wenigen Minuten ein. Der Patient verspürt eine große Entspannung, ist vollkommen angstfrei und empfindet ein angenehmes Gefühl. Der Zahnarzt kann nun in Ruhe arbeiten. Nach dem Ende der Behandlung wird der Anteil des Sauerstoffs wieder erhöht, sodass der Patient zum Schluss ca. 5 Minuten reinen Sauerstoff atmet.

Die analgetische, d. h. schmerzdämpfende Wirkung ist gering, weshalb üblicherweise eine Lokalanästhesie erforderlich ist. Allerdings wird der Einstich unter Lachgassedierung kaum wahrgenommen, so das auch Spritzenphobiker hiervon profitieren.

Welche Vorteile und Nachteile bringt die Lachgassedierung für den Patienten?

+ keine Vollnarkose notwendig
+ vollständige Ansprechbarkeit des Patienten während der Behandlung
+ geringeres Zeitbewusstsein, d. h. die Behandlung wird wesentlich kürzer wahrgenommen
+ deutliche Reduktion des Angstgefühls
+ mehrere Behandlungen bei einem Zahnarztbesuch möglich
+ vollständige Verkehrstüchtigkeit direkt nach der Behandlung
+ auch für Kinder geeignet

 „Wir haben die Feststellung gemacht, dass Patienten, die ein - oder zweimal mit Lachgas behandelt wurden, für weitere Behandlungen nicht mehr das Lachgas brauchen. Das heißt: Sie ließen sich fortan ganz normal behandeln. Die Angst war dauerhaft verschwunden.“ so Dieter Einhoff.

Der Einsatz von Lachgas kann mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Allerdings bietet die Lachgassedierung für viele Betroffene eine sehr gute Alternative zur Vollnarkose oder gar Nicht-Behandlung mit entsprechenden Zahnschmerzen.

Mit welchen Kosten ist eine Lachgas-Behandlung verbunden?

Die erste Stunde der Behandlung kostet ca. 150 € bis 250 €. Für jede weitere Stunde müssen ca. 100 – 150 € veranschlagt werden. Die Kosten werden derzeit noch nicht von der Krankenkasse übernommen.

 

Über den Experten:

Dr. Dieter Einhoff behandelt seit 1992 als Zahnarzt für Oralchirurgie und Implantologie Patienten in seiner Praxis in Stromberg. 1995 bildete er sich als Zahnarzt für Naturheilkunde weiter. Seine Praxisschwerpunkte liegen in der Oralchirugie, Implantologie, Parodontologie und im biokompatiblen Zahnersatz. Seit 5 Jahren hat er sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert.