Soja – was steckt hinter der Bohne?

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Soja liegt dank den Ernährungsformen „vegetarisch“ und „vegan“ voll im Trend. In den Restaurants und Küchen sind Sojagerichte auf Hochkurs. Die Bohne hat ein tolles Image: Fitmacher, Powerfood und sogar Hormonersatz. Und ganz nebenbei steht sie für gesunden und grünen Lebensstil. Die Kritik an Soja wird in letzter Zeit allerdings immer lauter - wie gesund sind die Sojaprodukte wirklich?

 

Was ist Soja überhaupt?

Die Sojabohne ist eine Nutzpflanze aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler und gehört zu der Gattung der  Hülsenfrüchtler. Der Anbau der Sojabohne hat eine lange Geschichte, zwischen 1700 und 1100 vor Christus in Nordostchina ist der Anbau der Sojabohne als Nahrungspflanze nachgewiesen. Heute spiegelt sich ihre zunehmende Bedeutung in ihrem Zuwachs an Anbaufläche wider: Während 1960 siebzehn Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 2012 253,1 Millionen Tonnen. Das Besondere an Soja ist ihre vielseitige Verwendung: Durch ihren hohen Anteil an Öl von circa 14 bis 24 Prozent gibt sie ein beliebtes Pflanzenöl für Salate, zum Kochen, Braten und wird vermehrt auch zur Herstellung von Bio-Sprit benutzt. Eine andere Eigenschaft, die Soja zu dem beliebtesten Fleischsersatz überhaupt macht, ist der Eiweißanteil von 30 bis 50 Prozent. Auf dem Teller landet die Bohne zum Beispiel als Tofu, Tempeh, Miso, Sojasauce oder -Drink. Andere Soja-Bestandteile wie Sojamehl oder Lecithin stecken ebenfalls in Gebäck, Tütensuppen oder Eiscreme.

Pro und Contra von Soja

Wer zu Sojalebensmitteln greift, tut dies oftmals mit dem guten Gefühl, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und die Umwelt dabei zu entlasten. Sojaprodukte sollen gut für die Gefäße sein, bei Wechseljahrsbeschwerden helfen und sogar gegen Krebs schützen. Ganz unbegründet sind die Versprechen nicht. Forscher beobachten seit einiger Zeit, dass in asiatischen Ländern, in denen Sojalebensmittel täglich verzehrt werden, viele Erkrankungen seltener vorkommen. Die zunehmende Beliebtheit der Sojabohne ist vor allem begründet durch ihre Eigenschaften als gute Proteinquelle. Cholesterinfrei und balaststoffreich ist sie zudem auch. Damit trägt Soja zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Weil Sojamilch keine Laktose enthält, ist sie eine prima Alternative für Leute, die keine Laktose vertragen. Auch für Kuhmilch-Allergiker sind Soja-Drinks geeignet. Auch als Hormonersatz ist Soja bekannt: Sojabohnen enthalten sogenannte Isoflavone, sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Zusammensetzung dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln.  Dadurch sind Sie vor allem bei Frauen vor und in der Menopause beliebt. In Untersuchungen wird aber von Sojanahrungsergänzungsmitteln und dem Einsatz als Hormonersatz beziehungsweise Hormonverstärkung strengstens abgeraten. Andererseits werden Vermutungen diskutiert, Soja begünstige Demenz und Schilddrüsen- und manche Krebserkrankungen. Doch bewiesen ist das (noch) nicht.

Nachgewiesen ist jedoch, dass Soja von Allergikern eher gemieden werden soll. Besonders im Falle der Birkenpollenallergie ist besondere Vorsicht geboten, da sich durch den Sojakonsum eine Kreuzallergie mit Sojabohneneiweiß entwickeln kann. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern sollte keine Soja in die Nahrung gegeben werden. Es ist zu sagen, dass Soja zwar eine Alternative zu Fleisch ist, das enthaltene Eisen wird vom Körper jedoch nicht so gut verwertet wie das Fleischeisen und das wertvolle Vitamin B12 fehlt ganz. Die Sojaproteine werden erst durch die sogenannte Fermentierung für Menschen verdaulich. Ebenso ist die Verdauung durch den relativ hohen Gehalt an den Mehrfachzuckern Stachyose und Raffinose erschwert, vermehrte Gasbildung ist die Folge. Eine andere eher ernüchternde Tatsache ist, dass laut einer Studie des WWF („World Wide Fund For Nature“) über 80 Prozent aller Soja-Importe auf dem deutschen Markt Gentechnik Also genetisch verändertes Soja. Wenn man zusätzlich betrachtet, wie viel wertvolle Waldfläche und Savannen verschwinden, um Platz für den weltweit boomenden Sojaanbau zu schaffen, gerät das Argument der Umweltfreundlichkeit durch den Fleichverzicht ins Bröckeln. Zudem wird Soja vor allem als Tiernahrung eingesetzt. Veränderte Fettmuster der Produkte Milch und Fleisch sind die Folge, sie enthalten dadurch weniger wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Fazit:

Weder der Hype um die Sojabohne noch die Überzeichnung der Gefahren ist gerechtfertigt. Keine Wunderbohne, was Gesundheitsversprechen angeht, aber auch keine ernstzunehmende Gefahrenquelle, sofern Soja in Maßen verzehrt wird. Zu sagen ist dennoch, dass die Ausweichung auf Sojaprodukte aus ökologischen oder gesundheitlichen Gründen nicht unbedingt begründet ist.

 

Sandra Musa